Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1  •  April 2019

Antisemitismus in Deutschland und Europa

ZWST moderierte zwei Podiumsdiskussionen in Brüssel und Berlin

Podiumsgespräch mit Richard C. Schneider und Deborah Feldmann, moderiert von Laura Cazés

Im Gespräch in Berlin: Deborah Feldman und Richard C. Schneider

Foto: Uwe Steinert

„Antisemitism, Past and Present“, Gedenken in Brüssel anlässlich des International Holocaust Remembrance Day: Die Veranstaltung fand am 30. Januar 2019 im Haus der Europäischen Geschichte statt und stand ganz im Zeichen des Internationalen Holocaust-Gedenktages. Sie wurde gemeinsam organisiert vom AJC Transatlantic Institute, der Vertretung Israels bei der EU und der NATO, der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union, B'nai B'rith International, dem Europäischen Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung, der ZWST sowie den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Helga Trüpel, Heinz K. Becker und Terry Reintke. Die Veranstaltung wurde begleitet von einer Ausstellung antisemitischer Propaganda-Poster des Holocaust-Überlebenden Arthur Langermann. 

Laura Cazés, ZWST-Referentin für Verbandsentwicklung, moderierte eine Podiumsdiskussion mit Richard C. Schneider (Autor und Journalist) und Deborah Feldmann (Autorin): „In Anwesenheit der Botschafter vieler Länder der Europäischen Union sowie vieler Abgeordneter des europäischen Parlaments war es eine besondere Ehre, im Namen der ZWST das Podiumsgespräch mit Richard Schneider und Deborah Feldman moderieren zu dürfen. Ein Eindruck, der sich in den Schilderungen beider widerspiegelte: Gedenkveranstaltungen haben häufig einen starren Charakter. Dieser steht im starken Gegensatz dazu, wie die Nachkommen von Überlebenden die Wichtigkeit von historischer Verantwortung und Erinnerungskultur empfinden. Die persönlichen Eindrücke des Aufwachsens und des Erlebens als Kinder und Enkelkinder von Schoah-Überlebenden, die von Deborah Feldmann und Richard C. Schneider geschildert wurden, hinterließen einen besonderen Eindruck. Auch wurde das ambivalente Verhältnis beider zu Deutschland als Heimstätte deutlich. Feldmann ist vor einigen Jahren aus einer ultra-orthodoxen Gemeinschaft in New York nach Deutschland eingewandert. Schneider, der in München aufgewachsen ist, ist vor vielen Jahren nach Israel ausgewandert. Die Beiträge beider verdeutlichten, dass in einer Zukunft, in der Zeitzeugen des Grauens nicht mehr am Leben sein werden, Stimmen der zweiten und dritten Generation im Kontext des Gedenkens einen zentralen Platz einnehmen müssen.“  

Antisemitismus in Deutschland und Europa - Diskussionsabend in Berlin: Dieser Austausch zwischen zwei hochkarätigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit sehr unterschiedlichen Lebensläufen fand seine spannende Fortsetzung im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung am 27. Februar in Berlin in der Heinrich-Böll-Stiftung. Moderiert von Aron Schuster, Direktor der ZWST, ging es um Antisemitismus und Jüdischsein in Europa. Geladen hatten Helga Trüpel, MdEP (Bündnis 90/Die Grünen), Hellmut Königshaus (Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, DIG) in Kooperation mit der ZWST, der JSUD, B´nai B´rith und dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES). Wie sehr die Biografie entscheidet, wurde schon bei der Frage Aron Schusters nach der Bedeutung von „Heimat“ deutlich. Während Deborah Feldmann Berlin mittlerweile als ihre Heimat betrachtet, gibt es aus der Perspektive Richard C. Schneiders für Juden keine Normalität in Deutschland. Bemerkenswert unterschiedlich stellte sich auch die Wahrnehmung beider auf den Antisemitismus und die Zuwanderung nach Deutschland dar. Dazu Aron Schuster: „Mit diesem Podiumsgespräch ist es uns gelungenen, den innerjüdischen Diskurs über die Zukunft jüdischen Lebens in Europa nach außen zu tragen. Das große Interesse unterstreicht: Antisemitismus geht uns alle an!“

HvB, ZWST

Wir stellen vor

Benjamin Fischer: neue Stabsstelle „Digitale Transformation“ in Berlin


Benny Fischer

Die ZWST heißt Benny Fischer herzlich willkommen, der im Rahmen des Digitalisierungsprojektes des Bundes die neue Stabsstelle „Digitale Transformation“ mit Leben füllen wird.

Lieber Benny, kannst du kurz deine Biografie skizzieren? „Nach meinem Studium in Hamburg und 3,5 Jahren Verbandstätigkeit in Brüssel (Präsident der European Union of Jewish Students, Public Affairs Officer beim European Jewish Congress) war ich in der Politikkontaktarbeit tätig. So konnte ich viele Erfahrungen in politischer Arbeit sammeln, aber auch Einblicke in jüdische Gemeinden in über 42 Ländern gewinnen. Geboren bin ich 1990 in Hamburg und komme aus einem traditionellen jüdischen Haushalt mit israelischen und tunesischen Wurzeln. Ich bin politisch wie auch gesellschaftlich aktiv. Nach vielen Jahren als Freiwilliger, besonders für das Jugendreferat der ZWST, habe ich nun auch beruflich hier ein Zuhause gefunden.“

Wie bist du zur ZWST gekommen? „Seit meines ersten Machanes blieb ich der ZWST verbunden, zuletzt als Referent im Rahmen der Ausbildungsseminare für Madrichim. Während meiner Zeit in Brüssel war ich in vielen Verbänden aktiv, auch hier gab es viele Überschneidungen mit der ZWST. Ein zentraler Aspekt bei meiner Entscheidung, diese neue Herausforderung anzunehmen, ist die familiäre Atmosphäre der ZWST und das vertraute Verhältnis zu ihren Akteuren und Mitgliedern. Ausschlaggebend war natürlich auch das Interesse am Tätigkeitsfeld und die Möglichkeit, die Zukunftsarbeit der ZWST mit gestalten zu dürfen.“

Im Berliner Büro der ZWST bist du seit dem 1. Februar 2019 für die Digitale Transformation zuständig. Was bedeutet das? „Diese in Europas jüdischer Landschaft einmalige Initiative soll einen möglichst großen Wirkungskreis im sozialen Raum entfalten, vielleicht sogar über jüdische Kreise hinaus, um jederzeit sicherzustellen, dass der Mensch - ob jung oder alt - immer im Vordergrund jeder Überlegung steht. Wir setzen uns also konkret mit der Frage auseinander, wie die Teilhabe aller am digitalen Wandel innerhalb der jüdischen Gemeinde garantiert werden kann. Deshalb wird während jeder Projektphase den Gemeinden gestalterische Kompetenz eingeräumt: Über einen Ideenwettbewerb werden Mitgliedsverbände ganz aktiv den Kurs des Projektes gestalten können. Maßnahmen können danach von bloßer Beschaffung von Hard- und Software, über Weiterbildungsmaßnahmen, bis hin zur Förderung des intergenerationellen Austausches reichen. Das Thema hat natürlich durchaus auch eine politische Dimension.“

Was liegt dir im Rahmen deines neuen Jobs bei der ZWST besonders am Herzen? „Zuallererst natürlich die Arbeit mit den Menschen und die Gelegenheit, positiven Wandel mit ermöglichen zu dürfen. Die Sicherstellung der Teilhabe aller am digitalen Wandel reizt mich thematisch sehr, auch wenn ich mir durchaus meines eigenen Lernbedarfs bewusst bin. Als Schnittstelle zwischen innovativer Technik, der freien Wohlfahrt und der jüdischen Gemeinde fungieren zu können, wird sicherlich eine enorm spannende Aufgabe. Schon jetzt bin mir des enormen Vertrauensvorschusses seitens der ZWST im Rahmen dieses Projektes bewusst und hoffe, dass ich mir insbesondere auch gegenüber den Mitgliedsverbänden das Vertrauen erarbeiten kann. Zu guter Letzt natürlich die ZWST selbst, das tolle Team und die vielen Freiwilligen, die tagtäglich unsere Gemeinden ein Stück weit besser machen!“

Vielen Dank!   
HvB, ZWST

Sozialarbeiter in Brandenburg

Ella Shakhnikova

Alexander Kahanovsky

Seit Februar 2019 sind Eleonora („Ella“) Shakhnikova (49) und Alexander Kahanovsky (45) als mobile Berater für die Überregionale Beratungsstelle Brandenburg tätig, gemeinsam mit der langjährigen ZWST-Mitarbeiterin Ludmilla Profir.

Liebe Ella, lieber Alexander, könnt ihr euch unseren Lesern vorstellen?

Ella: 
„In meiner Heimatstadt St.-Petersburg absolvierte ich ein Sprachwissenschafts- und Pädagogikstudium und unterrichtete an einer privaten jüdischen Oberschule. Parallel war ich in der dortigen jüdischen Gemeinde tätig. Seit 1997 lebe ich mit meiner Familie in Deutschland. An der Freien Universität Berlin habe ich meinen Master in Intercultural Education erworben. Beruflich war ich rund fünfzehn Jahre in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Migrations-, Integrations- und Berufsberatung, Arbeitsvermittlung und interkulturelle Kontakte zuständig.“

Alexander: „Ich wurde 1973 in Kiew, Ukraine, geboren. Mit achtzehn Jahren ging ich mit meinem Bruder nach Israel, absolvierte dort meinen Militärdienst und studierte an der Hebrew University Jerusalem. Hier absolvierte ich meinen Bachelor und Master in Jüdischer Geschichte und schloß das Studium zusätzlich mit einem Lehrerdiplom ab. In Israel arbeitete ich als Manager und Lehrer. Seit 2004 bin ich in Deutschland und lebe mit meiner Frau, zwei Töchtern und einen Sohn in Berlin.“

Wie entstand euer Kontakt zur ZWST ?   

Ella: „Mit der ZWST verbindet mich eine lange Zusammenarbeit, unter anderem die Teilnahme am Fortbildungsangebot. Auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung stieß ich auf die Stellenausschreibung der ZWST. Diese Arbeit entspricht meiner bisherigen Berufserfahrung und bietet spannende Perspektiven. Ich freue mich jetzt sehr, zu der ZWST-Großfamilie gehören zu dürfen.“

Alexander: „2004 ging ich nach Deutschland, wo ich für das ZWST-Projekt Lehawa als Koordinator die Freiwilligen aus Israel begleitet habe. Seit 2009 arbeitete ich als Rabbiner in verschiedenen Gemeinden, wo ich mich nicht nur mit religiösen, sondern auch mit sozialen Themen beschäftigt habe. Im vergangenen Jahr war ich als Religionslehrer in der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf und als Hebräisch- und Vertretungslehrer am Albert Einstein Gymnasium tätig.“

Was sind eure konkreten Arbeitsbereiche?  

Ella: „Zu meinen Beratungsfeldern gehören Familienzusammenführung im Inland, Bewerbungscoaching und allgemeine soziale Fragen sowie die Interessenvertretung im Landesintegrationsbeirat, in der Brandenburger Liga der Freien Wohlfahrtspflege, in regionalen Netzwerken für Integration/Migration und die Kooperation mit Entscheidungsträgern auf kommunaler- und Landesebene.“

Alexander: „Zu meiner Tätigkeit gehört die psychosoziale Beratung und Betreuung von ratsuchenden jüdischen Migranten und ihren Angehörigen. Außerdem biete ich Schuldnerberatung, Infoveranstaltungen und Vorträge zu aktuellen Themen an, z.B. Antisemitismus, Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Europa.“

Was sind die Herausforderungen eurer Arbeit?   

Ella, Alexander: „Wir verstehen uns als Berater für jüdische Migranten und fachliche Ansprechpartner für die Mitarbeiter der jüdischen Gemeinden in Brandenburg. Die zunehmende Überalterung der Mitglieder und die Abwanderung jüngerer Menschen machen sich deutlich bemerkbar. Es ist daher besonders wichtig, sowohl den jungen als auch den älteren Zuwanderern ein Heimatgefühl zu vermitteln, sie zu unterstützen und die Gemeinschaft zu stärken. Wir wollen die Teilhabe der Neuankömmlinge als auch der schon lange in Deutschland lebenden Personen mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen Leben fördern. Zusätzlich begreifen wir uns als Mittler der interkulturellen Kommunikation innerhalb und außerhalb der jüdischen Gemeinschaft, die eine unabdingbare Voraussetzung für das Leben in der heutigen multikulturellen Gesellschaft darstellt.“

Was wird aus eurer Perspektive der Fokus der sozialen Arbeit in Brandenburg sein ?  

Ella, Alexander: „Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die soziale Begleitung von Migrantenfamilien: beim Eingliederungsprozess in das neue Leben, bei der Bewältigung von Beziehungsproblemen sowie sozialen, ethnischen, religiösen, sprachlichen und persönlichen Schwierigkeiten. Uns wird eine abwechslungsreiche und sinnvolle Tätigkeit ermöglicht, auch unterstützt die ZWST die berufliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter. Das gute Arbeitsklima ist ein Markenzeichen der ZWST. Das wissen wir sehr zu schätzen. Unsererseits möchten wir mit der Entwicklung passender Lösungen für Ratsuchende unseren Arbeitgeber mit konkreten Ideen unterstützen.“

Vielen Dank! 

HvB, ZWST

27 Jahre ZWST:
Wir danken Matthias Jahr für sein langjähriges Engagement

Verabschiedung in der jüdischen Gemeinde Cottbus, v.li.: ZWST-Präsident Ebi Lehrer, Matthias Jahr, ZWST-Direktor Aron Schuster, ZWST-Vorstandsmitglied Mark Dainow, Leiter des Berliner ZWST-Büros, Günter Jek

Am 24. Januar 2019 wurde Matthias Jahr, langjähriger Mitarbeiter der ZWST, in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde Cottbus verabschiedet.

27 Jahre war Matthias Jahr zuständig für die mobile soziale Beratung, zunächst in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, seit 1998 in der überregionalen ZWST Beratungsstelle Brandenburg in Potsdam. Matthias Jahr hat die Anfänge der Zuwanderung hautnah erlebt und im Laufe seiner Tätigkeit erheblich zum Aufbau von sozialen Beratungsstrukturen und einer stabilen Vernetzung mit den jüdischen Gemeinden beigetragen.
Darüber hinaus gehörte die Interessenvertretung in den Gremien der Liga der Wohlfahrtspflege, in den Netzwerken und Arbeitsgemeinschaften für Migration und Integration sowie die Kontaktpflege zu den Behörden zu seinen Aufgaben.Viele waren gekommen, um Matthias Jahr im festlichen Rahmen zu verabschieden: à ZWST-Direktor Aron Schuster, Kollegen und weitere langjährige Weggefährten aus Brandenburger Gemeinden und Netzwerken.
ZWST-Präsident Ebi Lehrer, der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Brandenburg, Gennadi Kushnir und die Brandenburger Integrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier betonten in ihren Reden Respekt und Dank für sein langjähriges Engagement zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft. Die ZWST freut sich, dass Matthias Jahr dem Verband weiterhin erhalten bleibt und zukünftig die Vertretung der ZWST in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Brandenburg übernehmen wird.

HvB, ZWST

Wir stellen vor

Orly Raibstein-Gershuny: 

Projektleiterin des Deutsch-Israelischen Freiwilligendienstes

Liebe Orly, was ist dein persönlicher und beruflicher Hintergrund? „Ich bin 1990 in Frankfurt geboren und habe hier die jüdische Grundschule, Musterschule und die Frankfurt International School besucht. Ich war Madricha und Rosha bei der Zionistischen Jugend Deutschlands (ZJD) in Frankfurt und auf Machanot. Nach dem Schulabschluss habe ich in einem Kibbuz in Israel als Volontärin gearbeitet. An der Maastricht University (NL) habe ich „European Law“ (Bachelor of Law) sowie „Mediation & Conflict Resolution“ (Master) an der Tel Aviv University studiert. In Berlin habe ich Personal- und Vertriebsabteilungen in Start-Up-Unternehmen aufgebaut und strukturiert.“

Was war der Grund deiner Bewerbung bei unserem Verband? „Ich bin in einem jüdisch-zionistischen Elternhaus großgeworden. Für mich war es schon immer klar, dass ich im Bereich der Deutsch-Israelischen Beziehungen arbeiten möchte. Als ich vor ein paar Jahren vom DIFD hörte, dachte ich mir schon, dass dies genau der Job für mich wäre. Im September 2018 habe ich zum ersten Mal Aron getroffen und mit ihm über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen. Für mich ist es wichtig, einen Job zu haben, der eine moralische Komponente enthält und bei dem ich am Ende des Tages stolz sein kann, dass ich etwas Positives erreicht habe.“

Was sind deine zentralen Aufgaben? „Als Projektleiterin des DIFD trage ich einen besonderen Teil zu den Deutsch-Israelischen Beziehungen bei: zum einen versenden wir deutsche, jüdische wie nichtjüdische junge Erwachsene für ein Volontariat nach Israel, zum anderen empfangen wir israelische junge Erwachsene in Deutschland, wo auch sie ein solches Programm absolvieren. Dabei liegt das komplette Prozedere, vom Rekrutieren der Teilnehmer über die Einsatzstellensuche und letztendlich auch die pädagogische Begleitung in meiner Hand.“

Was ist dir besonders wichtig als Projektleiterin des DIFD? „Ich finde es toll, dass wir mit diesem Programm jungen Erwachsenen die Möglichkeit bieten, 6-12 Monate ein anderes Land intensiv kennenzulernen und dort einen Teil zur sozialen Gemeinschaft beizutragen. Die Teilnehmer verändern sich aufgrund ihrer Erfahrungen in kurzer Zeit vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen. Sie wachsen über sich selbst hinaus und werden zu Botschaftern ihres Landes im Partnerland. Es ist ein Programm, das alle Gesellschaftsschichten und -gruppen anspricht und niemanden ausschließt.“

Vielen Dank! 
HvB, ZWST

Laura Cazés:

Referentin für Verbandsentwicklung bei der ZWST

Nach erfolgreicher Übergabe an ihre Nachfolgerin Orly Raibstein-Gershuny, hat Laura Cazés, von Juni 2015 bis Februar 2019 DIFD-Koordinatorin der ZWST, ihr neues Arbeitsgebiet als Referentin für Verbandsentwicklung aufgenommen: 

„Meine Aufgabe wird es sein, die Geschäftsführung und leitenden Kräfte dabei zu unterstützen, unser Leitbild gegenwartsbezogen auf unser Programm anzuwenden, neue Projekte umzusetzen, Bestehendes weiter zu professionalisieren und eine Verbandsstrategie bis 2025 zu implementieren. Um den Gemeinden heute und in der Zukunft ein guter Dienstleister und sozialer Wegweiser sein zu können, müssen wir Modernisierungsprozesse nach innen und nach außen anstoßen.

Unsere Erfahrungen aus über 25 Jahren Integration jüdischer Zugewanderter aus der ehemaligen Sowjetunion sind heute im gesamtgesellschaftlichen Diskurs viel wert. Hier ist in den letzten Jahren viel passiert und ich möchte dabei Unterstützung leisten, unsere Expertise öffentlichkeitswirksam über Fachtage, Kontakte in die Politik und Social media zu plazieren.

Eine wichtige Frage ist auch: Wie können wir bestehende Aufgaben über neue Kooperationen und Methoden gestalten, z.B. mit Social Start-Ups und anderen kreativen Engagementformen? 

Neue Themen- und Aufgabenfelder mitzugestalten, wird langfristig auch zu meinen Arbeitsgebiet gehören. Dazu gehört der Umgang mit dem sich verändernden politischen Klima, dem wachsenden Antisemitismus, aber auch innerjüdische Diskurse, wie die Frage nach Inklusion in den Gemeinden, Umgang mit Sucht und Gewalt und frauenspezifische Themen.“