Alleinerziehende Mütter und Väter und ihre Kinder trafen sich im Max-Willner-Heim
gefördert vom:
American Jewish Joint Distribution Committee
www.jdc.org

Muß es immer ein Spagat sein?

Neues Angebot für alleinerziehende Mütter und Väter

In der heutigen Lebensrealität gibt es vielfältige Modelle, wie Menschen zusammenleben, die klassische Familie ist nur eines von vielen. Single-Haushalte mit einem Kind oder mehreren Kindern gehören zur gesellschaftlichen Normalität. Und dennoch erfahren sie leider noch lange nicht die entsprechende gesellschaftliche Akzeptanz und soziale Unterstützung, zumal hier das Alltagsmanagement oft nur auf 2 Schultern lastet.

Allein- und getrennterziehende Mütter und Väter stehen häufig in ihrem Alltag vor großen Herausforderungen, die nicht nur die Erziehung ihrer Kinder betreffen, sondern auch existenzielle Fragen in Bezug auf wirtschaftliche, rechtliche und soziale Absicherung. Daher war es der ZWST ein Anliegen, erstmalig für diese Zielgruppe ein Angebot bereit zu stellen.

„Wir kennen viele Kinder von alleinerziehenden Eltern von unseren Machanot. Aber für die Eltern selbst haben wir noch nie etwas angeboten“, so Jutta Josepovici, Leiterin des Sozialreferates und Nachumi Rosenblatt, Jugendreferent der ZWST.

Vom 19. bis 21. Oktober trafen sich im Max-Willner-Heim 12 Single-Mütter und -Väter mit insgesamt 20 Kindern zu einem Pilotprojekt für diese Zielgruppe, organisiert vom Sozial- und Jugendreferat der ZWST und gefördert vom Jewish Joint Distribution Committee („Joint“). Aron Schuster, Direktor der ZWST und Nachumi Rosenblatt, begrüßten die Teilnehmer und verbrachten mit ihnen den Schabbat.

Linir Mizrahi, Fitnesscoach aus Berlin und 4 engagierte Madrichim, Ilan, Sami, Anetta und Susanne, organisierten ein abwechslungsreiches Programm für die jungen Seminarteilnehmer, während sich die Eltern in Workshops und Gesprächsrunden mit folgenden Themen beschäftigt haben:

• „Grenzen setzen und was nun? Familienalltag leicht gemacht“ mit Melanie Hubermann (Geschäftsleitung „balagan“, Privatzentrum für Therapie, Therapeutin für Familien, Paare, Kinder und Jugendliche)

• „Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Alleinerziehende im Spagat“ mit Sonja Orantek, (Diplom-Pädagogin, Vorsitzende im LV alleinerziehender Mütter und Väter Rheinland-Pfalz e.V.)

• Moderiertes Gespräch mit Melanie Hubermann zu den zukünftigen Bedarfen
Im Rahmen einer entspannten Schabbat-Atmosphäre gab es die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung. Rebbezen Sara Bergauz aus der Israelitischen Kultusgemeinde München hielt zwei spannende Shiurim, unter anderem zum Thema: „Wie kann Religion mit einem Elternteil gelebt werden?“

Das Motto „Netzwerken“ fand in jedem Workshop des Seminarwochenendes Anwendung, es wurden Ideen diskutiert, wie z.B. auf Ebene der Gemeinden Treffen für Alleinerziehende zu organisieren, ähnlich wie die bereits bestehenden Seniorencafés oder Elterncafés. Yevgenia Freifeld, Sozialarbeiterin bei der ZWST und für die Organisation des Seminars zuständig: „Eine pragmatische und vor allem leicht umsetzbare Idee. Wichtig ist es, das wir diesen begonnenen Austausch jetzt nicht abreißen lassen!“ àß In der abschließenden Gesprächsrunde mit Jutta Josepovici, Leiterin des Sozialreferates, hatten die Teilnehmer Gelegenheit, ein Feedback zu geben sowie Fragen und Wünsche zu äußern. Einig war man sich in dem Anliegen, dieses Angebot fortzusetzen.

Aron Schuster, Direktor der ZWST, zieht folgendes Fazit: „Wir freuen uns, dass wir eine vielfältige Teilnehmergruppe erreichen konnten. Mit diesem Pilotprojekt konnten wir sowohl Familien mit akuten Armutsrisiko, Familien im Scheidungsjahr, aber auch Elternteile, die seit mehr als 10 Jahren getrennt leben, erreichen. Diese Heterogenität spricht für eine Fortführung als auch Spezifizierung dieses Angebotes.“

HvB, ZWST

Feedback von Sharon aus Hamburg: „Ich wollte für mich herausfinden, wie andere alleinerziehende Mütter mit jüdischen Hintergrund ihre Probleme bewältigen. Durch den Erfahrungsaustausch konnte ich für mich einige Sachen klären und verstehen. Vor allem der Workshop mit Melanie Hubermann hat mir sehr gut gefallen. Durch die Zusammenarbeit in verschiedenen Teams haben wir einen kleinen Einblick in das Leben der anderen bekommen. Es hat mich bestärkt und erleichtert, dass ich nicht alles leisten muss und dass ich nicht alleine mit meinen Problemen bin. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mehr Teilnehmer dieses Angebot wahrnehmen und sich ein größeres Netzwerk aufbaut. Denn nur gemeinsam sind wir stark und können was bewegen.“

Projektleitung „Gesher“:
Dinah Kohan
 kohan@zwst.org

Eigenständige Wohnform in jüdischen Zusammenhängen: Fragebogenaktion

Ein Anliegen, welches seit Beginn des Inklusions-Projektes Gesher an das Sozialreferat der ZWST herangetragen wird, betrifft die Errichtung einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Mit zunehmendem Alter der Angehörigen können diese ihre behinderten Familienmitglieder oft nicht mehr adäquat versorgen. Daher ist eine eigenständige Wohn- und Lebensform in jüdischen Zusammenhängen immer wieder ein Thema im Rahmen von Fachtagungen, Fortbildungen und Betreuungsfreizeiten der ZWST.

Um eine genaue Vorstellung von dem Bedarf zu erhalten, hat das Projekt Gesher in Kooperation mit dem Internationalen Bund einen Fragebogen entwickelt (deutsch-und russischsprachig, 3 S.). Dieser wurde gezielt an bekannte Familien, Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz, verschiedene Multiplikatoren sowie jüdische Gemeindezeitungen in Hessen und Rheinland-Pfalz versendet. Die Kenntnis der Ergebnisse ist notwendig, um eine genaue Vorstellung von den Wünschen und der Nachfrage Betroffener zu erhalten.

Dinah Kohan, ZWST-Inklusionsprojekt Gesher

Das Inklusionsprojekt Gesher bittet alle Adressaten, den Fragebogen zu beantworten bzw. weiterzuleiten. Der Fragebogen ist hier erhältlich:
Marina Chekalina
Tel.: 069/944371-19   
chekalina@zwst.org 

Förderung der inklusiven Teilhabe am Arbeitsleben:
Ein Angebot des Vereins Eshel e.V.

Ein zentrales Ziel der ZWST ist die Integration jüdischer Menschen mit einer Beeinträchtigung in das Arbeitsleben. Sie sollen trotz einer physischen Behinderung oder psychischen Erkrankung ihre Potenziale nutzen können und damit mehr Teilhabemöglichkeiten bekommen. Um die Arbeitsfindung gezielt zu unterstützen, hat die ZWST Ende 2016 den Verein „Eshel“ initiiert. Um den Einstieg in das Arbeitsleben zu erleichtern, organisiert der Verein verschiedene Aktivitäten, um Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und die Vernetzung zu stärken. So wird den betroffenen Familien ein anschaulicher Einblick ermöglicht. Gemeinsam mit dem Frankfurter Verein organisierten die Mitarbeiter von Eshel, Viktoria Schichmann und Sara Majerczik, im Oktober 2018 Besuche bei verschiedenen Einrichtungen, in denen Menschen mit einer psychischen oder geistigen Erkrankung tätig sind. Der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten e.V., ein lokaler Träger der Sozialarbeit, betreibt unter anderem eigene Werkstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Zu den besuchten Einrichtungen gehörte eine inklusive Fahrradwerkstatt, wo die Zusammenarbeit von Menschen mit einer Einschränkung mit anderen „gesunden“ Mitarbeitern die fristgerechte Erledigung von Aufträgen ermöglicht. Auch der Besuch einer weiteren Werkstatt für Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung, in der u.a. Kleidung und Bürobedarf produziert wird, bot den Interessenten Gelegenheit für Gespräche und nahm ihnen so die Scheu.
Neben der Kooperation mit dem Frankfurter Verein, eruiert der Verein Eshel neue Unterstützungsmöglichkeiten durch den Landeswohlfahrtsverband, den überregionalen Sozialhilfeträger in Hessen.

Sara Majerczik, Dinah Kohan, ZWST-Inklusionsprojekt Gesher

Kontakt: Viktoria Schichmann
T.: 0176 / 578 119 80     initiative.arbeit@zwst.org

Inklusives Mini-Machane für Familien

„Leschalev“ im Max-Willner-Heim, 3.v.re.: Eva Okuna

Das diesjährige Familien-Mini-Machane des Inklusionsprojektes für Kinder und Jugendliche wurde vom 04. bis 07. Oktober 2018 unter dem Motto „Leschalev” (hebr., integrieren) organisiert. Die Eltern hatten die Gelegenheit zum Gespräch mit Psychologen und anderen professionellen Referenten. Hier ging es um die Themen Geschwisterkinder (Ina Böhmer, Lebenshilfe Rheinland-Pfalz e.V.), Schule, Förderschule, berufliche Möglichkeiten (Lothar Lothschütz, Co-Direktor einer Förderschule der Diakonie/Bad Kreuznach), Umgang mit schwierigem Verhalten, Supervision (Eva Wittmann, Psychotherapeutische Praxis Worms), Zukunftsgestaltung (David Jahn, Jüdisches Psychotherapeutisches Beratungszentrum Frankfurt/M.).

Betreut und begleitet von erfahrenen Madrichim konnten die Kinder ihrer Kreativität und Energie freien Lauf lassen. Gemeinsam mit dem Künstler Flowy schufen die Kinder Werke aus Ton und ein ganz besonderes Graffiti-Kunstwerk, wo jeder seine eigene persönliche Note hinterlassen konnte. Zu Shabbat gab es eine Theateraufführung der Kinder, und die anschließende Shabbatfeier wurde von einer wunderschönen Havdallah gekrönt. Dieses Mini-Machane zeigte nicht zum ersten Mal, dass aktive Teilhabe am jüdischen Leben und das Leben mit einer Behinderung sich nicht ausschließen.

Eva Okuna, ZWST-Inklusionsprojekt für Kinder und Jugendliche

! Save the Date 2019 !
Familien-Mini-Machane des Inklusionsprojektes Gesher im Max-Willner-Heim
Datum: 01. bis 05. Mai 2019

Kontakt:
Eva Okuna, Inklusionsprojekt für Kinder und Jugendliche
T.: 0174 / 68 25 833
E-Mail: okuna @zwst.org

Save the Date: Taglit-Reise für Menschen mit Behinderung im Frühjahr 2019

Datum:
So., 24.03. - Do., 03.04. 2019 ab Flughafen Frankfurt/M.

Teilnahmeberechtigt:
Personen im Alter von 18-32 Jahren

Programm:
Geplant sind Besuche in Jerusalem, Massada, Totes Meer. Die Teilnehmer werden von geschultem Personal begleitet und betreut.

Selbstkosten:
Kosten für Ausflüge und Taschengeld: 300 Euro
Kosten der An-und Abreise nach/ab Frankfurt

Anmeldeschluß:
30. November 2018
Kontakt: Marina Chekalina T.: 069/944371-19
 chekalina@zwst.org

Erstmalig ermöglicht das Inklusionsprojekt Gesher Menschen mit einer psychischen oder geistigen Erkrankung, eine 10-tägige Taglit-Reise nach Israel zu unternehmen.

Ziel von Taglit - Birthright Israel ist es, der Assimilation entgegenzuwirken, indem man junge Juden ihrer jüdischen Identität, dem Staate Israel und ihren örtlichen jüdischen Gemeinden näherbringt. Das Projekt Taglit - Birthright Israel beruht auf der Idee, dass jeder junge jüdische Erwachsene (bei dieser Reise bis 32 Jahre) das Geburtsrecht hat, wenigstens einmal in seinem Leben Israel zu besuchen.

Diese Studienreise ist ein Geschenk des jüdischen Volkes an die junge Generation und daher für die Teilnehmer vollständig gesponsert.

Kontakt: T.: 069 / 944 371-47  
kesselmann@zwst.org

Wir stellen vor:

Keren Kesselmann wechselt in die Hauptgeschäftsstelle

Liebe Keren, kannst dich unseren Lesern kurz vorstellen? „Ich komme aus St. Petersburg, wo ich Sprachwissenschaft studiert habe. Während des Studiums habe ich als Leiterin des Familienzentrums bei Beith Chabad gearbeitet. Im Jahr 2002 wanderte ich mit meinen Eltern nach Deutschland aus. Mein beruflicher Werdegang in Deutschland war sehr bunt. Vom Nürnberger Opernhaus und Bayreuther Festspielen bis hin zur Demenzbegleitung in einem Altenheim in Köln. In Köln absolvierte ich erfolgreich eine Ausbildung zur Theaterpädagogin (BUT). Seit 2013 bin ich im Gesher-Projekt der ZWST tätig. In meinem ersten Projekt habe ich das „Empowerment für russischsprachige Menschen mit Behinderung“ gefördert, dann organisierte ich eine „Schreibwerkstatt“, in der die Menschen ihre Biografien und Geschichten verschriftlichen könnten. Seit September 2018 arbeite ich in der Hauptgeschäftsstelle der ZWST in Frankfurt/M.“

Was sind deine Aufgaben im Sozialreferat? „Ich bin weiterhin im Bereich des Inklusionsprojektes Gesher tätig. Außerdem wirke ich beim Angebot der ZWST für Menschen mit einer Demenzerkrankung mit: bei der Planung von Freizeiten und bei der Weiterentwicklung der Arbeit mit dieser Zielgruppe in den jüdischen Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz.“

Wie startest du deinen Tag am Morgen in der ZWST? „Da ich morgens keine Zeit für ein Frühstück habe, mache ich mir einen herben Darjeeling-Tee und trinke ihn beim E-Mails checken.“Wie gestaltest du am liebsten deinen Feierabend? „Mein Feierabend fängt an, wenn ich in Hanau-Wilhelmsbad aus der S-Bahn aussteige. In diesem Waldparadies lasse ich meinen Tag am liebsten ausklingen. Den Weg nach Hause nutze ich für meine innere Entspannung.“

Vielen Dank!  HvB, ZWST