Erfolgreiche SeminarteilnehmerInnen, vorne (v.li.):
Dr. Shiri Daniels, Tal Pasternak Magnezi (Referentinnen aus Israel), Jutta Josepovici (Leiterin des ZWST-Sozialreferates), obere Reihe (4.v.li.): Lili Furmann

Trauma und Resilienz in der jüdischen Gemeindearbeit

jdcgermany@jdc.org

“When you come out of the storm, you won’t be the same person who walked in. That’s what this storm’s all about.” Haruki Murakami, Kafka on the Shore

Jüdische Institutionen in vielen Ländern Europas stellen zunehmend fest, dass aktuellen Herausforderungen, die mit dem raueren gesellschaftlichen und politischen Klima einhergehen, mit neuen Handlungsstrategien begegnet werden muss. Vor diesem Hintergrund hat die ZWST vom 20. bis 23. Mai ein Seminar „Resilienz in Extremsituationen“ für MitarbeiterInnen in jüdischen Institutionen durchgeführt, die im sozialen Bereich tätig sind. Mit dem American Jewish Joint Distribution Committee (JDC) konnte ein kompetenter Kooperationspartner gewonnen werden. Unter der Leitung von Dr. Shiri Daniels und Tal Pasternak Magnezi, 2 führenden Expertinnen von der „Israel Trauma Coalition“ wurden die Teilnehmer gezielt geschult. Beide arbeiten in der Hebrew University Jerusalem und in der Schule für Sozialarbeiter des Wohlfahrtsministeriums.

Lili Furman, Programmdirektorin beim JDC Germany bringt die grundlegenden Inhalte der Fortbildung auf den Punkt:

„Wie begegnet man einer Person, die zuvor eine traumatische Situation erlebt hat? Wie kann die Kommunikation in einer akuten Krisensituation funktionieren? Welche Ressourcen sollten im familiären Umfeld, aber auch in der Gemeinde aktiviert werden, um diese Person zu unterstützen? Wie wirken die Folgen der Shoah oder/und Migration bis heute? Wie gehen die Gemeinden mit einem offensiveren Antisemitismus und entsprechenden Ängsten um?

Dr. Shiri Daniels und Tal Pasternak Magnesi vom Trauma Coalition Centre führten in die hochsensiblen Themen mit Fachwissen und einer breiten Methodologie ein. Die Programmpunkte waren: Erkennen von Notsituationen, Auswirkung auf die Akteure, Opfer und Helfer, Wege der Unterstützung und Intervention, Rolle der SozialarbeiterInnen, verschiedene Modelle der Bewältigung, Modelle der Selbstfürsorge (den Helfern helfen). Mit kreativen Übungen, klaren Modellen und Austausch im Gespräch wurden den TeilnehmerInnen relevante und weitreichende Konzepte für die aktuelle Arbeit in den jüdischen Gemeinden vorgestellt. Von vielen Teilnehmern wurde der Wunsch nach mehr Austausch, Supervision und die Bearbeitung konkreter Fälle aus dem Gemeindeleben geäussert.

Der JDC ist seit seiner Gründung bis heute in viele Hilfsaktionen involviert. Die Erfahrung zeigt uns, dass die Versorgung von Menschen in Krisensituationen ein besonderes Training erfordert. Die HelferInnen benötigen Tools, um sich selber zu schützen und weiterhin in der Lage zu sein, ihre professionelle Arbeit kontinuierlich anzubieten. Der JDC ist den Partnern dankbar für die Möglichkeit, dieses wichtige Thema verstärkt auf die Agenda der jüdischen Organisationen zu bringen und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.“

Lili Furman, war als Repräsentantin des JDC Germany, aber auch als Lernende beim Seminar dabei.

Betreuungsfreizeiten im Kurhotel Eden-Park im Mai

Neben den Bildungsaufenthalten für Senioren werden im Kurhotel Eden-Park Betreuungsfreizeiten für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz durchgeführt, die als niedrigschwelliges Angebot durch die Krankenkasse abgerechnet werden können. Dieses Angebot wird von Mitgliedern jüdischer Gemeinden deutschlandweit genutzt und startete mit einer Freizeit für Menschen mit einer dementiellen Erkrankung und ihre Angehörigen vom 30. April bis 07. Mai mit 29 TeilnehmerInnen. Die von Graziella Gubinsky und 11 BetreuerInnen organisierte Freizeit bot den Betroffenen ein auf ihre Potenziale abgestimmtes Programm, wie z.B. kreative Aktivitäten, musikalische Programme und Ausflüge. Die Angehörigen hatten die Gelegenheit, sich in Gesprächen mit Fachkräften auszutauschen und eine kleine „Auszeit“ von ihrem Alltag zu finden.

„Alles ist hier wie Zuhause – und noch besser: So kann ich die Betreuungsfreizeit im Kurhotel Eden-Park am besten beschreiben. Ich pflege meinen an Demenz erkrankten Mann und die emotionale Belastung ist manchmal schwer erträglich. Die liebevolle Aufnahme, die ruhige und angenehme Umgebung, eine besondere Empathie beim Umgang mit Demenzkranken und große Hilfsbereitschaft für Angehörige - schon am zweiten Tag habe ich mich besser als zuhause gefühlt! Auch mein Mann wurde ruhiger, die Atmosphäre und das Zwischenmenschliche sind oft wichtiger als die gesprochenen Worte. 

Das Betreuerteam war mit ganzer Seele bei der Sache und vermittelte uns die Entlastung, die extrem wichtig ist. Wir Angehörigen hatten die Möglichkeit, uns auszutauschen und uns gegenseitig zu stärken. Der wunderbare Arzt Dr. Ernest Katsev (Facharzt für Neurologie) hat geholfen, unsere Situation richtig wahrzunehmen und trotz allem positiv zu denken.

Sehr beeindruckend waren die Gedenkstunde zu Jom ha Schoa, der Abend der Erinnerungen mit Fotos aus der Jugend, die Stadtführung durch Bad Kissingen, ein gemeinsamer Spaziergang auf jüdischen Spuren und der Ausflug nach Schweinfurt. Der Shiur mit Rabbiner Bergauz und seiner Frau, das Kennenlernen dieser besonderen Familie hat uns tief beeindruckt. Und der wunderbare Musikabend: Ich habe mit meinem Mann getanzt, als ob wir zurück in die schönste Zeit unseres Lebens gekommen sind.“

Zusammenfassung eines Feedbacks von pflegenden Angehörigen

Freizeiten für Menschen mit einer Behinderung und Angehörige

Kreative Potenziale
Re.: Judith Tarazi, Leiterin KunstatelierOmanut
Outdoor-Aktivität

Erstmalig hat das Inklusionsprojekt Gesher aufgrund der großen Nachfrage zwei einwöchige Betreuungsfreizeiten in Bad Kissingen vom 07. bis 21. Mai 2019 durchgeführt. Angesprochen waren TeilnehmerInnen mit einer Behinderung und jeweils ein Elternteil. Highlights im Programm waren unter anderem der festlich begangene israelische Unabhängigkeitstag, Jom Hazmaut. Ein gemeinsamer Besuch der KissSalis-Thermen und der von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen musikalisch und künstlerisch gestaltete Abschlussabend rundeten den 1. Turnus ab. 

Im 2. Turnus begeisterte der Discoabend mit Elik Roitstein (IRG Baden) die Gruppe. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines Erlebnisbauernhofes nahe Bad Kissingen: Eine computergesteuerte Melkmaschine, eine Geburtsstation der Kühe, handzahme Kaninchen und 200 Hühner bereiteten allen viel Freude. Nicht zum ersten Mal waren es ereignisreiche Tage in einer liebgewordenen Gemeinschaft. Die ZWST freut sich, erstmalig teilnehmende Familien begrüßen zu dürfen, und auch das Betreuerteam wurde durch neue HelferInnen bereichert.

Dr. Dinah Kohan, Leiterin des ZWST-Inklusionsprojektes Gesher

Dream-Team Inklusions-Madrichim, 2.v.li: Eva Okuna, re.: Simon Beckmann, ZWST

„Kulam“: Inklusives Shabbat-Wochenende im Max-Willner-Heim

Challot zu Shabbat
Kinderbetreuung im Max-Willner-Heim

Vom 03. bis 05. Mai organisierte das Inklusionsprojekt Gesher wieder ein Familien-Shabbatwochenende für Kinder mit und ohne Förderbedarf im Max-Willner-Heim, gefördert von Aktion Mensch. Unter dem Motto “Kulam” (dt. Zusammen) trafen sich Familien aus ganz Deutschland, um gemeinsam ein entspanntes Wochenende zu verbringen.

Das Programm startete mit israelischem Tanz für die Eltern mit Elik Roitstein, Musikpädagoge und Familienreferent der IRG Baden. Gleichzeitig bereiteten die Kinder mit ihren Madrichim den Shabbat vor, mit dem Backen von Rainbow-Challot und dem Flechten von Havdallah-Kerzen - die besten Voraussetzungen für einen festlichen Shabbat.

Der Samstag startete mit zahlreichen, lehrreichen Peulot und Spielen zu Shabbat. Parallel hatten die Eltern die Gelegenheit zu einem Austausch mit der Psychologin Eva Wittmann. Der Nachmittag war ganz der Entspannung gewidmet. Netta Elkabets, Psychologin und langjährige Wegbegleiterin der ZWST zeigte Eltern und Kindern in einem Workshop, wie man in kurzer Zeit zur Ruhe kommt und vermittelte unterschiedliche Entspannungsansätze. Anschließend stellten die Kinder ein eigenes Theaterstück auf die Beine, welches auf einer chassidischen Geschichte basiert. Besonderes Highlight des Tages war die gemeinsame Havdallah, bei der jedes Kind seine eigene Kerze zündete. Diese wurde gekrönt von der anschließenden Party, bei der Eltern und Kinder den Alltagsstress vergessen konnten. Am nächsten Tag referierte Frank Ludwig, Diplompsychologe am Autismus Therapieinstitut Langen, über Erkrankungen aus dem Autismusspektrum, während der Künstler Flowy den Kindern Graffiti-Kunst näher brachte.

Trotz unterschiedlicher Einschränkungen der Kinder, waren in der Gruppe alle gleich und konnten ihre individuellen Potenziale testen - entsprechend dem Motto des Aktionstages 5. Mai: „Mission Inklusion – Die Zukunft beginnt mit dir“. Der 5. Mai ist der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Eva Okuna, Inklusionsprojekt Gesher für Kinder und Jugendliche,
Fotos: Erik Okuns

Inklusionsprojekt Gesher für Kinder und Jugendliche
Eva Okuna, T.: 0174 / 68 25 833
okuna@zwst.org 
Simon Beckmann, T.: 0151 / 241 33 217
 beckmann@zwst.org

! Save the Date !
Inklusives Mini-Machane für Familien im September: 13.09. - 15.09. 2019
im Max-Willner-Heim

Gut besuchte Vernissage im April in der jüdischen Galerie Omanut
Schreibwerkstatt im Kunstatelier Omanutmit Keren Kesselmann (li.)

Inklusion im Kunstatelier Omanut

Kunstatelier Omanut
Joachimstaler Str. 13, 10719 Berlin
T.: 030 / 887 133931 723
www.kunstatelier-omanut.de
 
www.facebook.com/KunstatelierOmanut

Jüdische Galerie Omanut
Kaiserin-Augusta-Str. 63, 12103 Berlin
facebook.com/juedischeGalerieOmanut

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 11-15 Uhr und nach Vereinbarung
 eutb@zwst.org

Das Kunstatelier Omanut besteht seit nunmehr zehn Jahren. In Trägerschaft der ZWST, mit Unterstützung der Aktion Mensch, bietet es eine Tagesbetreuung mit unterschiedlichen künstlerischen Projekten. Das Atelier ist offen für jede/n, die oder der aufgrund einer Behinderung, Lebenssituation oder einer Krise einen geschützten familiären Raum sucht, seinen Tagen Struktur geben möchte, oder Lust hat, kreativ zu arbeiten: im Malatelier, der Kerzen- oder Holzwerkstatt. Willkommen sind aber auch alle, die einfach nur Beratung, gute Gespräche und Gesellschaft suchen, sich über eine koschere Mahlzeit freuen und sich in einem jüdischen Umfeld wohl fühlen.

Vernetzung und Öffentlichkeit: Unter der engagierten und kreativen Leitung der Kunsttherapeutin Judith Tarazi und ihrem Team wurden die künstlerischen Aktivitäten erweitert und die Vernetzung mit anderen Verbänden intensiviert. Dazu gehören Events wie ein Filzworkshop im Begegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Kreuzberg. Im April gab es einen Schreibworkshop mit Keren Kesselmann, Mitarbeiterin des ZWST-Inklusionsprojektes Gesher in Frankfurt. Wie in jedem Jahr hat das Atelier im Mai auf dem Israel-Tag der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) seine Angebote präsentiert und handgemachte Kerzen aus der Omanut-Kerzenwerkstatt angeboten.

EUTB: Seit Herbst 2018 ist die ZWST Träger der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB), durchgeführt in den Räumen des Kunstateliers Omanut. Neben den Hauptamtlichen kommen Omanut-Mitarbeiter mit einer Behinderung und zumeist mit Migrationshintergrund zum Einsatz. Sie werden als „Peer-to-Peer-BeraterInnen“ geschult, um eine Beratung auf Augenhöhe zwischen Menschen mit Behinderung zu ermöglichen. Dazu Judith Tarazi: „Das Beratungsangebot wird gut angenommen und das Konzept EUTB ermöglicht es allen Beteiligten, über den Tellerrand zu schauen und neue Sichtweisen zu entwickeln.“

Zum Kunstatelier gehört die „Jüdische Galerie Omanut.“ Sie bietet Ausstellungsmöglichkeiten für KünstlerInnen mit Behinderung und für KünstlerInnen mit jüdischem Hintergrund. Aktuell hat das Atelier seinen ersten Film inszeniert:

„Wenn nicht noch höher“: Trickfilmprojekt und Ausstellung in der Galerie Omanut Inspiriert vom jüdischen Prinzip Zedaka (Gerechtigkeit, Wohltätigkeit), dem Leitbild der ZWST und basierend auf der Erzählung „Wenn nicht noch höher“ von Jizchok Leib Perez (1852–1915) hat das Atelier Omanut unter der künstlerischen Leitung von Shlomit Lehavi einen Trickfilm inszeniert. Die gesamte Ausstattung des Films wurde in den Werkstätten des Ateliers erstellt, die künstlerischen Fähigkeiten, die Ideen, die Stimmen der TeilnehmerInnen sind in jeder Szene präsent. Neben dem Film wird eine Ausstellung mit Entwürfen, Making-of-Fotos und den Kulissen und Figuren in der Galerie Omanut präsentiert. Der Film wird mit Gebärdensprache und Audiodeskription gezeigt. Die mehrfach international ausgezeichnete israelische Künstlerin Shlomit Lehavi, geboren 1965 in Tel Aviv, zog 1998 nach New York und lebt und arbeitet seit 2016 in Berlin. Die Ausstellung kann bis zum August 2019 nach Vereinbarung besichtigt werden.

Aus einem Artikel der „taz“ vom 10.04.2019 von Jan Bykowski: „(…) Die Gelegenheit, sich mit künstlerischer Arbeit zu zeigen, ist für die Mitglieder wichtig, die komplexe Aufgabe Film ist eine optimale Möglichkeit. Jeder der zwanzig Beteiligten konnte und musste individuelle Fähigkeiten einbringen, um das Projekt gelingen zu lassen. Von der Fertigung der Puppen und des Bühnenbildes über die Sprechrollen bis zur Musik wird jedes Erfordernis abgedeckt – eine perfekte Erfüllung der Aufgabe des Ateliers. (…)“

HvB, ZWST

v.li.: Gisela Egler-Köksal (Pfarrerin des Ökumenischen Zentrums), Corinna Rosskopf (Kunstatelier Eastend), Jutta Josepovici (ZWST), Pinchas Kranitz (Internationaler Bund), Susanna Faust-Kallenberg (Pfarrerin der Diakonie Frankfurt), Roberto Fabian (Jüdische Volkshochschule), Dinah Kohan (Inklusionsprojekt Gesher), Costa Bernstein (Kunstatelier Eastend)

Foto: Rafael Herlich

#Auftrag Inklusion - Interreligiös.
Wie gehen unterschiedliche Religionen mit Behinderung um?

Tag der offenen Tür in Frankfurt

Das Ziel des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist die Förderung von gleichberechtigter Teilhabe und Inklusion. Um auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, organisieren Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai seit vielen Jahren bundesweit Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen, gebündelt und unterstützt von Aktion Mensch e.V.

So hatten auch Dinah Kohan, Leiterin des ZWST-Inklusionsprojektes Gesher, Roberto Fabian von der Jüdischen Volkshochschule und Susanna Faust-Kallenberg, Pfarrerin von der Diakonie Frankfurt zu einem interreligiösen Dialog eingeladen: Wie gehen Judentum, Christentum und Islam mit Behinderungen um, wie fördern sie die Inklusion von Menschen mit Behinderung? Dieser Dialog fand im Rahmen eines Tages der Offenen Tür statt, Gastgeberin war das Ökumenische Zentrum Christuskirche in Frankfurt/M. mit Pfarrerin Gisela Egler-Köksal. Dieser Tag der offenen Tür für Menschen mit und ohne Behinderung wurde bereichert mit Musik der interreligiösen Band Trialog. Äthiopische Christen, die das religiöse Leben des Ökumenischen Zentrums mit gestalten, hatten Spezialitäten aus ihrer Heimat zubereitet.

In einer ersten Gesprächsrunde skizzierten Dr. Ertugrul Sahin vom Zentrum für islamische Studien der Goethe-Universität Frankfurt, Pfarrerin Gisela Egler-Köksal und Rabbiner Jehoschua Ahrens zentrale Aussagen ihrer Religionen zum Thema Behinderung. So wies Dr. Ertugrul Sahin u.a. darauf hin, dass wiederholt Textstellen in den Schriften sowohl des Islam als auch des Judentums dazu aufrufen, benachteiligte Menschen würdig zu behandeln. 

In einem zweiten Austausch ging es um die Förderung der Inklusionsarbeit in den jeweiligen Gemeinden. Said Barkan, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Hessen, berichtete über den Stand der Inklusion in seiner Gemeinschaft. Sigrid Unglaub vom Diakonischen Werk in Frankfurt wies darauf hin, dass trotz UN-Behindertenrechtskonvention das Thema Inklusion noch zu wenig in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Dinah Kohan forderte gesicherte Finanzierungsmöglichkeiten, um Inklusion stärker vorantreiben zu können. Die Moderatorin Bärbel Schäfer fasste in ihrem Fazit zusammen, dass in allen Religionsgemeinschaften noch einiges getan werden müsste, um die Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung zu verbessern. 

Am Ende dieses Tages wurde deutlich, dass Inklusion kontinuierlich thematisiert und diskutiert werden muss. Daher war diese Veranstaltung ein Schritt in die richtige Richtung, um folgende Frage immer wieder neu zu stellen: Wie können wir unserem Ziel Inklusion auch gemeinsam, im interreligiösen Dialog, näher kommen?

Dr. Dinah Kohan, Leiterin des ZWST-Inklusionsprojektes Gesher