zwst informiert
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2  •  Juni 2020

Sozialreferat digital: Roundtable, Webinare und aktive Lebensfreude

Gymnastik online
Ein lebensfrohes Bewegungsprogramm für die Wohnzimmer, mit Marina Evel aus Dortmund

Round Table Sozialabteilungen

Vor dem Hintergrund der Anforderungen, ausgelöst durch die Corona-Krise hat Ilya Daboosh, Leiter des Sozialreferates, den Fachaustausch mit den Sozialabteilungen der jüdischen Gemeinden auf digitalem Wege fortgesetzt und erweitert.


Der Round Table mit den Leitungen der Sozialabteilungen 8 großer Gemeinden hat sich im Rahmen zweier Videokonferenzen im April zu folgenden Themen ausgetauscht: Das Krisenangebot der ZWST, in erster Linie das Förderprogramm zur Unterstützung von Überlebenden der Shoah, aktuelle Bedarfe und zukünftige Maßnahmen.


Da die erste allgemeine Fortbildung für Fachkräfte der sozialen Arbeit im Max-Willner-Heim nicht stattfinden konnte, hat das Sozialreferat zusätzlich einen Round Table für kleinere Gemeinden mit rund 50 Teilnehmenden organisiert. Seit dem 25. März fand dieser Austausch im 2wöchentlichen Turnus statt. Neben den schon genannten Themen wurden hier folgende Fragen diskutiert: Wie kann das konzentrierte Arbeiten im Home Office funktionieren? Wie können wir ältere Menschen unterstützen im Umgang mit sozialen Netzwerken und Programmen, wie z.B. Deutschkursen per Whatsapp?

Am 27. Mai wurde ein Webinar organisiert für alle Fachkräfte der Sozialabteilungen und der Treffpunkte für Überlebende. Dr. Martin Auerbach, klinischer Leiter von Amcha Israel, referierte zum Thema Angebote für Shoah-Überlebende vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen. Assja Kazwa, ZWST-Sozialreferat, informierte über Änderungen in der Aufnahmeanordnung des BMI in Bezug auf die jüdische Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen SU. Die ZWST wird rechtzeitig über die Fortsetzung dieses Seminarformates informieren.

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Kontakt:  
Ilya Daboosh,
daboosh@zwst.org

T.: 069 / 944371-31

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Digitale Fortbildungen und Austausch für verschiedene Zielgruppen

Ehrenamtliche der Chewra Kadischa: Corona verändert alles. Auch Sterbefälle in Corona-Zeiten stellen jüdische Gemeinden, Rabbiner, Ehrenamtliche der Chewra Kadischa und Angehörige vor neue Herausforderungen. Die jüdische Tradition gebietet es, in einem Todesfall schnell zu handeln und dabei auf religiöse und soziale Aspekte zu achten. Daher war es von besonderer Bedeutung, die ehrenamtlich Aktiven der Chewra Kadischa-Gruppen in den jüdischen Gemeinden vor dem Hintergrund der aktuellen Lage auf dem Laufenden zu halten.
Am 30. März kamen 32 Teilnehmende zu einem Zoom-Meeting zusammen, organisiert und moderiert von Larissa Karwin (ZWST-Sozialreferat). Referent Daniel Lemberg, Friedhofsverwalter und Mitglied der Chewra Kadischa in der Synagogen-Gemeinde Köln berichtete über Bestattungen in der Zeit des Covid-19 und stellte sich den zahlreichen Fragen aus den Gemeinden. Zu diesem Seminar wurde ein Handout erstellt und an die Seminarteilnehmer sowie an alle jüdischen Gemeinden versendet. Ein weiteres Meeting fand am 25. Mai statt, hier in erster Linie für Ehrenamtliche der Bikkur-Cholim-Gruppen.

! Save the Date ! 

Seminar Bikkur Cholim
07. - 10. 09. 2020

im Max-Willner-Heim

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Webinar für Leitende von Seniorenklubs in jüdischen Gemeinden

Seniorenklubleitungen: Auch für das im Mai im Max-Willner-Heim geplante Seminar für die Leitungen der Seniorenklubs jüdischer Gemeinden wurde eine digitale Alternative angeboten. Am 7. Mai „trafen“ sich 25 Teilnehmende zu einem Webinar, moderiert von Evgenia Petrovski.

Neben einem Erfahrungsaustausch und einem Klavierpotpourri anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus mit Zinovi Melnikov (Hameln) gab es folgende Fachthemen:

• Psychohygiene in der Corona Zeit (Präsentation, Vortrag und Gespräch mit Lea Ofengeim, Psychologin, Vertrauenstelefon „Jüdische Hotline” der JG Düsseldorf)

• Seniorenarbeit in der Corona-Zeit am Beispiel des Begegnungszentrums Porz (Stella Shcherbatova, Psychologin, Leiterin des Begegnungszentrums Porz der SG Köln)

! Save the Date ! 

Vertiefungsseminar Demenzbegleitung
Vertiefungsseminar Alltagsbegleiter
22. - 25. 06. 2020 im Max-Willner-Heim

Neue Fortbildung

Demenzbegleitung
24. - 27. 08. 2020 (I)

14. - 17.12. 2020 (II) im Max-Willner-Heim

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BFD-Seminar im Gemeindezentrum Rostock

Bundesfreiwilligendienst: Mit Ausbruch der Corona-Krise organisierte die ZWST ein Zoom-Meeting für rund 50 Verantwortliche des Bundesfreiwilligendienstes in den Einsatzstellen der ZWST, in der Mehrheit jüdische Gemeinden. Günter Jek, Koordinator des BFD bei der ZWST, konnte drängende Fragen, unter anderem zu den BFD-Seminaren direkt beantworten. Für die BFDler, die sich zum Mai-Seminar im Max-Willner-Heim angemeldet hatten, organisierte die ZWST ein Webinar. Themen waren hier der aktuelle Stand des BFD im Rahmen der Corona-Krise sowie eine Session zum Thema „Gesetzliche Betreuung“.

Nach den ersten Lockerungen konnten im Juni wieder Regionalseminare in Rostock, Dessau und Baden-Baden im Präsenzformat durchgeführt werden, ebenso ein überregionales Seminar im Max-Willner-Heim. In Rostock organisierte die ZWST unter Leitung von Larissa Karwin und Gianna Marcuk (ZWST) eine Kombination von Präsenz-Seminar und Zoom-Meeting. Zur Seminarrunde im Rostocker Gemeindezentrum mit 22 Teilnehmenden haben sich 23 BFDler von anderen jüdischen Gemeinden in Ostdeutschland, unter anderem Dessau und Magdeburg dazugeschaltet.

Zoom-Hotline für BFDler und Verantwortliche in den Einsatzstellen

Jeden Dienstag und Donnerstag

Kontakt: Anatoli Purnik

pournik@zwst.org
 
T.: 069 / 944371-23

! Save the Date !  

Seminare für Teilnehmende am BFD          2. Halbjahr 2020

Alleinerziehende Mütter und Väter: Seit Ende April organisierte Yevgenia Freifeld im 14tägigen Rhythmus Videokonferenzen für diese Zielgruppe, um den kontinuierlichen Kontakt und Austausch auch in Zeiten von Social Distancing aufrechtzuerhalten und die Vernetzung zu stärken. Bei individuellen Gesprächsbedarfen gibt es darüber hinaus eine telefonische Hotline.

Im Austausch mit den Referentinnen Melanie Hubermann (Familientherapeutin, balagan - Therapiezentrum Berlin), Lili Furman (JDC Germany) und Eva Okuna (Inklusionsfachbereich Gesher) ging es um positive wie negative Bewertungen der Situation während der Beschränkungen auf „die eigenen 4 Wände“. Es wurde deutlich, dass ein fester Tagesablauf im Alltag hilfreich ist und die Nähe zu den Kindern eine neue, durchaus positive Qualität gewinnt. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass den Eltern wie den Kindern ihre sozialen Kontakte fehlen und man zu sehr auf eine bestimmte Rolle reduziert ist. Auch die Sorge um die Großeltern, die zur Risikogruppe gehören und die nächsten Unterstützer bei der Kinderbetreuung sind, war ein wichtiges Thema.

Aktuell stehen zukünftige Perspektiven im Fokus: Wie gehen wir mit neuen Regeln im Rahmen der Lockerungen in der Schule, bei der Arbeit, im Kontakt zu Freunden und Verwandten um?

Da dieses Angebot auch die Kinder miteinbezieht, gibt es bis Ende Juni ein wöchentliches Online-Programm mit den Madrichim Sophie und Rufat, die den Kindern von den Präsenz-Seminaren im Max-Willner-Heim bekannt sind. Es ist ähnlich der Gesher-Akademie organisiert und wird von Eva Okuna (Kinder- und Jugendprojekt Gesher) unterstützt.

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Lebensfreude in die Wohnzimmer

Mit Beginn der Gemeindeschließungen und Kontaktverbote war und ist es der ZWST ein wichtiges Anliegen, neben Hotlines, Zoom-Meetings und Webinaren auch Lebensfreude, Aktivität und Bewegung in die Wohnzimmer zu bringen. Seit Mitte März läuft das populäre und beliebte Programm „Rhythmische Gymnastik zu israelischer Musik“, initiiert von Larissa Karwin, Leiterin der Tanz-Seminare bei der ZWST. Gemeinsam mit Marina Evel (Jüdische Kultusgemeinde Dortmund), Referentin der Tanzseminare, nehmen rund 50 Menschen teil, Jung und Alt, aus dem In- und Ausland, unter anderem Israel, Belgien, Uruguay.

„Unsere Mitglieder und ich persönlich sind begeistert über dieses lebensfrohe Programm und warten ungeduldig auf das nächste Meeting.“

Marina Nikiforova, Geschäftsführerin JKG Rheinpfalz/Speyer

Online Jeden Dienstag 17 Uhr

Gute Laune Gymnastik und Übungen zur Sturzprophylaxe


Zoom-Kurs für alle, die zuhause in diesen Zeiten physischer Distanz in Kontakt kommen, sich bewegen und Stürze vorbeugend verhindern wollen: 
Die Angst jedes älteren Menschen vor einem Sturz ist verständlich und leider begründet. Es wird geschätzt, dass rund 30 Prozent der über-65-Jährigen mindestens einmal in zwei Jahren stürzen. Bei Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, soll der Anteil sogar noch höher sein. Hier hilft vor allem eines, eine gute Prävention, sprich: Sturzprophylaxe. Übungen zur Sturzprävention dienen sowohl der Vermeidung von Stürzen, wie auch Sturzfolgen auf ein Minimum zu reduzieren.

Olga Kovalenko, Ärztin, Physiotherapeutin und Fitnesstrainerin bietet mit viel guter Laune und mit großer Fachkompetenz ein lockeres Programm mit Übungen aus den Bereichen Gleichgewichtsschulung, Koordination und Kräftigung an. Das Programm wird gut angenommen, es nehmen im Durchschnitt 25 Personen im Alter zwischen ca. 60 und 87 Jahren teil.

Der von Graziella Gubinsky (ZWST-Sozialreferat) initiierte Kurs dient sowohl der Sturzprophylaxe wie auch der Prävention von Demenz. Darüber hinaus ermöglicht er eine Tagesstrukturierung und einen emotionalen Kontakt, dies ist gerade in dieser Zeit der Isolation und Unsicherheit für ältere Menschen von wesentlicher Bedeutung. Wie die Leiterin betont, hat der Kurs die Gruppe zu einer Familie werden lassen, und wie eine Teilnehmerin berichtet, in dieser Zeit der Einschränkungen wieder „Kraft zum Leben gegeben“.

Online Jeden Montag 11 Uhr

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