ZWST goes Summer:
12 Machanot - 766 Teilnehmende - 200 Madrichim & Staff

machanekavod
Gefördert von:
lotterieGenesis

Die ZWST freut sich, mit rund 800 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen tollen Sommer in Bad Sobernheim, Italien und Israel verbracht zu haben. Die diesjährigen Machanot standen unter dem Motto „Kawod“ (hebr.), wörtlich übersetzt „Respekt“. Wie jedes Jahr, beinhalteten die Machanot eine gut abgestimmte Mischung aus vielfältigen Aktivtäten zu diesem Thema und Summerschool-Kursen sowie Freizeit, Entspannung, und spannenden Ausflügen, den Altersgruppen entsprechend umgesetzt. Das Thema sollte die Chanichim (Teilnehmer) sensibilisieren, respektvoll mit ihren Mitmenschen umzugehen - angesichts von Mobbing an Schulen und zunehmender „Hatespeech“ in den sozialen Medien ein gesellschaftlich höchst relevantes Thema. Die Idee kam von einem gemeinnützigen Verein in Israel, der sich für ein friedliches Miteinander im täglichen Umgang einsetzt und breiten Zuspruch findet. 

Die Madrichim organisierten verschiedene Peulot (Aktivitäten) zu den Themen Menschenrechte, Nächstenliebe, Respekt gegenüber Fremden, Umgang mit Menschen mit Behinderung, Umweltschutz. Dies konnten interaktive Workshops sein oder auch Stationsspiele, in denen verschiedene Aspekte eines Themas behandelt wurden. Auch Schiurim (Kurzreferate) über engagierte Aktivisten in Geschichte und Gegenwart gehörten zum Programm: z.B. Janusz Korczak oder aktuell junge Menschen, wie die Friday for Future-Bewegung oder die Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Auf jedem Machane gab es einen Chug (AG) für Gebärdensprache, der sehr gut besucht war und das Thema „Respekt gegenüber deinen Mitmenschen“ bestens symbolisierte.        

Das Kinder-, Jugend- und Familienreferat der ZWST hat in diesem Sommer 3 Turnusse im Max-Willner-Heim (8-11 Jahre), 3 Turnusse in Gatteo (12-15 Jahre), 3 Turnusse in Bellaria (16-18 Jahre) sowie ein Machane in Israel (15-19 Jahre) organisiert. Auch das Seminar für jüngere Familien und die 18+ Woche für junge Erwachsene in Italien gehörten zum umfangreichen Sommerprogramm. Die ZWST bedankt sich bei allen Raschim (Leiter), Madrichim (Betreuer), der gesamten Zewet (Team) und bei ihren Förderern. Die Machanot werden von der Deutschen Fernsehlotterie und der Genesis Philanthropy Group unterstützt und gefördert.

zwst%20logo_trenn_weiss_250
Summer-Time im rheinland-pfälzischen Nahe-Tal

ZWST goes Bad Sobernheim: Machanot im Max-Willner-Heim

zwst_585
Kreativ und...
zwst_586
… sportlich
zwst_587
Rosch Daniel mit Tanzlehrerin Tirza

Das Motto der diesjährigen Machanot „Kawod – Respekt“ wurde im Max-Willner-Heim für die jüngsten Teilnehmenden altersgerecht umgesetzt. Jeder Turnus bot außerdem ein vielseitiges und spannendes Freizeitprogramm. Die Kinder konnten aus einem breiten Sportangebot wählen, welches in Zusammenarbeit mit Makkabi Deutschland stattfand. Daneben hat sich Reiten mittlerweile einen festen Platz im Rahmen der Machanot in Bad Sobernheim erobert und fand hohen Anklang. Zum Programm gehörten weiterhin Schwimmgänge, Besuche im Kletterwald bei Bad Sobernheim, Ausflüge zu verschiedenen Freizeitparks in der Umgebung und der Barfußpfad in Bad Sobernheim.

Im 2. Turnus konnte Tanzlehrerin Tirza Hodes, die während dieses Machanes ihren 97. Geburtstag feierte, die Kinder für israelischen Volkstanz begeistern. Für viel Spaß sorgte im 2. Turnus auch das Bogenschießen. Im 3. Turnus war der Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Sobernheim ein Highlight und hat den Kindern das Prinzip „Mut zur Tat“ interaktiv vermittelt. Auch gab es in diesem Jahr wieder einen Tag der offenen Tür mit einer Show für Eltern und Gäste, unter anderem mit Ehrengast Michael Greiner, Bürgermeister von Bad Sobernheim. Herausragend war eine kleine Präsentation zum Gedenken an den ehemaligen ZWST-Direktor Beni Bloch sel. A.

Jona Gross, ZWST

MAKKABI
zwst%20logo_trenn_weiss_250
Ausflug nach Mailand, hier: Castello Sforzesco

ZWST goes Italien: Machanot in Gatteo a Mare und Bellaria

zwst_589
Vorfreude in Bellaria
zwst_590
Schach in Gatteo a Mare
zwst_592
Yoga und .....
zwst_591
.....Tanz in Bellaria
bbyo
BBYO-Chanichim waren auch dabei

Das vielfältige Programm der Sommermachanot in Italien bot für jeden der jugendlichen Teilnehmenden etwas: Die Summer-School-Kurse reichten von künstlerischen, musikalischen und kulinarischen Angeboten über Hebräisch lernen bis hin zu den Grundlagen der Gebärdensprache.
Wie jedes Jahr gab es Sportkurse unter der Leitung von Trainern von Makkabi Deutschland e.V., dazu gehörte Fußball, Basketball, Kraw Maga, Yoga und vieles andere. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit BBYO, der größten Organisation für jüdische Jugendliche in den USA, konnte die ZWST in diesem Sommer in Bellaria erstmals eine kleine Gruppe von BBYO-Chanichim mit ihrer Madricha Lana begrüßen. Neben Summer School, Peulot und Schiurim zum Machane-Thema konnte dank der großzügigen Unterstützung der Förderer pro Turnus ein 2-tägiger Ausflug unternommen werden. In diesem Jahr ging es nach Mailand.
Nach einem Stopp im Gardaland Wasserpark hatten die Gruppen aus Bellaria und Gatteo a Mare die Gelegenheit, die norditalienische Metropole kennenzulernen. Dazu gehörten die Besichtigung der Synagoge, des Shoah Memorials und ein Stadtbummel zu weiteren herausragenden Orten der Stadt. Die Führung im Shoah Memorial hinterließ einen starken emotionalen Eindruck: Zum Memorial gehört ein Zugwaggon, der die Mailänder Juden in die Vernichtungslager brachte. Damals wurden 70 Menschen abtransportiert.

HvB, ZWST

zwst%20logo_trenn_weiss_250
zwst_595zwst_598
Spass beim Reiten..
zwst_597
..Trampolinspringen..
zwst_594
...und Backen

Inklusive Sommermachanot 2019

An den diesjährigen Sommermachanot der ZWST in Bad Sobernheim und Italien nahmen insgesamt 9 Inklusionskinder teil. Zusammen mit ihren Inklusionsmadrichim verbrachten sie eine unbeschwerte Zeit mit allen anderen Chanichim. Gemeinsam mit dem Referat für Kinder, Jugend und Familien, ermöglicht das Inklusionsprojekt „Gesher“ jungen Menschen mit einer Behinderung, an den Machanot der ZWST teilzunehmen.

Dabei war auch die 11jährige Esther aus Frankfurt. Wir haben uns mit ihrer Inklusionsmadricha Sophie (20) und ihrer Mutter Yevgenia unterhalten.

Liebe Sophie, du warst zum 2. Mal als Inklusionsmadricha beim Sommermachane in Bad Sobernheim dabei. Was ist der Hintergrund deines Engagements? „Mir war schon immer klar, dass ich nach dem Abitur etwas Soziales machen möchte. Im Rahmen des Deutsch-Israelischen Freiwilligendienstes der ZWST habe ich in Israel in einer Einrichtung für junge Erwachsene mit Autismus gearbeitet. Es wurde mir dann zu einer Herzensangelegenheit, dieses Engagement fortzusetzen. Die Angebote der ZWST haben mir die Bedeutung einer inklusiven Teilhabe näher gebracht. Der Umgang mit Kindern mit einer Behinderung ist nur die halbe Miete. Sie dann auf Machanot und in die Gesellschaft einzubeziehen wird häufig vernachlässigt, obwohl gerade das essenziell ist. Jedes Kind hat es verdient, auf dem Spielfeld seinen Platz zu bekommen und nicht am Rande zuschauen zu müssen.“

Was sind die besonderen Anforderungen dieser Betreuung? „Als Inklusionsmadricha sollte man dem Kind so viel Aufmerksamkeit schenken, dass seine besonderen Bedürfnisse erfüllt sind. In diesen zwei Wochen ist man sein Ansprechpartner, Mama, Papa, Bruder, Schwester und Freund. Gleichzeitig sollte man die Balance so halten, dass sich das Kind nicht eingeengt fühlt. Man sollte ihm die Möglichkeit geben, ein einmaliges Machane mit anderen Kindern zu verbringen und ihm seinen Freiraum lassen, soweit das möglich ist.“

Was waren gemeinsam mit Esther die Highlights?  „Die Machanot finden in einer jüdischen Atmosphäre statt und es hat mir das Herz erwärmt zu sehen, wie sie am Ende des Machanes die Birkat Hamason mitgesungen oder im Zimmer das Schma angestimmt hat. Im Holidaypark hatte sie während einer Achterbahnfahrt ziemliche Angst – als wir unten angekommen waren, hat sie gelacht und war glücklich, das gemacht zu haben. Sehr berührend war auch die Beobachtung, wie sie nach und nach mit anderen Kindern getobt und gelacht hat. Das ist ihr zunächst schwer gefallen mit Kindern, die sie nicht kannte. Esther hat bei allen Programmen mitgemacht, sie hatte Spaß und erzählte in der Gruppe, dass sie die Einzige mit einem Hörgerät sei. Sie hat sich nicht versteckt – das ist aus meiner Perspektive Inklusion.“

Was würdest du anderen potenziellen Inklusions-Madrichim weitergeben? „Zunächst wird man durch die Gesher-Workshops der ZWST gut vorbereitet und geschult. Auch ist es ein ´Learning by Doing`-Prozess, jedes Kind ist anders. Man sollte Empathie, positive Energie, Geduld und Stressresistenz mitbringen und verstehen, was Inklusion bedeutet. Diese Kinder wollen wie alle anderen einen unvergesslichen Sommer verbringen: Seid für sie da, aber lasst ihnen ihren Space und gebt ihnen das Gefühl, Teil des Machanes zu sein.“

Liebe Yevgenia, deine Tochter Esther war erstmals auf Machane dabei. Was hat sie mit nach Hause gebracht? „Diese Aufenthalte fördern die Selbständigkeit und eröffnen neue Blickwinkel. Besonders auf das jüdische Leben, Esther hat viele Lieder und Gebete vom Machane mitgebracht. Darüber hinaus eine enorme Menge an Eindrücken und Begeisterung.“

Warum braucht Esther eine besondere Begleitung? „Esther ist als Frühchen zur Welt gekommen und eine der Folgen ist die Schwerhörigkeit. Esther braucht Zeit, um sich an neue Stimmen und Aussprache zu gewöhnen, hat Schwierigkeiten, bei einem höheren Geräuschpegel etwas herauszuhören sowie einer Unterhaltung von mehr als 2-3 Personen zu folgen. Die Nähe ihrer sensiblen und aufmerksamen Begleiterin hat Esther Sicherheit und Wohlgefühl gegeben. Ich freue mich, wenn sie auch zukünftig auf Machanot fahren wird.“

gesherkavod
zwst%20logo_trenn_weiss_250
Unterwegs in der Jerusalemer Altstadt

„Wir sind in das Land eingetaucht“ - Sommermachane in Israel

zwst_600
Gebet an der Klagemauer
zwst_601
Festung Massada bei Sonnenaufgang

Vom 14. bis 28. Juli war die ZWST mit 19 Jugendlichen von 15 bis 19 in Israel unterwegs. Die Israel-Machanot der ZWST bieten mehr als klassische Rundreisen. Sie beinhalten einerseits die zentralen Highlights, ermöglichen es aber den jungen Leuten, das Land und seine Bewohner auf eine besondere Weise kennenzulernen. Gemeinsam mit Reiseleiter Schmuel Kahn, Madrich Rodion und Madricha Shelly erhielt die Gruppe einen vielfältigen Einblick in die israelische Gesellschaft. Dazu gehörten Gespräche mit Beduinen, Drusen, Israelis, die gerade ihren Militärdienst ableisten, und vielen anderen.

Ein besonderer Höhepunkt war ein Austausch mit Dr. Ruth Westheimer in Jerusalem, vermittelt von Schmuel Kahn, einem guten Freund der weltbekannten Soziologin und Sexualtherapeutin, die heute in den USA lebt. Dr. Westheimer (91), gerade zu einem Besuch in Israel, ermöglichte der Gruppe einen Einblick in ihre Kindheit und Jugend. Sie wurde mit 10 Jahren mit einem Kindertransport von Frankfurt in die Schweiz geschickt, wo sie die Shoah überlebte. Nach dem Krieg wanderte sie in das damalige Palästina aus, schloss sich der Hagana an (Vorreiter der Israelischen Armee) und kämpfte für die Unabhängigkeit des Staates Israel.

Eine weitere Besonderheit war ein 4-tägiger Besuch der „Gadna“, ein Camp der Israelischen Armee. Hier erhalten Jugendliche aus dem In- und Ausland einen aktiven Einblick in den Alltag der Soldaten und Soldatinnen. Die sportlichen Aktivitäten und die erforderliche Disziplin waren für die ZWST-Gruppe eine Herausforderung. Hier zeigte sich die positive Gruppendynamik: Schon nach einer Woche war die Gruppe so zusammengewachsen, dass man sich gegenseitig unterstützen und motivieren konnte. Nach Beendigung des Camps gab es niemanden, der nicht glücklich war, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Zu den klassischen Highlights zählte der Aufstieg auf die Festung Massada bei Sonnenaufgang und der gemeinsame Schabbat in Jerusalem. Während dieser Reise traf die Gruppe immer wieder auf „Gleichgesinnte“ aus der ganzen Welt. Die Gadna erlebten sie gemeinsam mit Chanichim aus Brasilien und den USA, in Zfat traf man auf eine Schweizer Gruppe und auf Massada tanzte man mit einer Gruppe aus Italien. Die langjährige ZWST-Madricha Shelly (23), die zum ersten Mal als Madricha in Israel dabei war, brachte es auf den Punkt: „Wir sind in das Land eingetaucht!“

Jona Gross, ZWST

zwst%20logo_trenn_weiss_250

Seminar für jüngere Familien in Gatteo a Mare

! Save the Date !

Seminar für jüngere Familien in Raas/Südtirol: 23.12. 2019 - 02.01.2020

Mit ihrem Seminar für jüngere Familien, geleitet von Ilya Daboosh und Sarah Bergauz, hat die ZWST auch in diesem Sommer den 50 Teilnehmenden eine „Auszeit“ in jüdischer Atmosphäre ermöglicht.

Feedback von Elena (51) aus Fürst/Bayern, die mit ihrem Sohn Elijahu das zweite Mal dabei war: „Das Haus in Gatteo hat etwas Besonderes, was kein 5-Sterne-Hotel bieten kann: Es ist ein jüdisches Haus, unmittelbar am Meer, mitten in einem Urlaubsort. Für mich ist es sehr wichtig, mit Gleichgesinnten die Zeit zu verbringen. Unser Sohn Elijahu hatte viele Freunde und konnte sich frei mit seiner Kippa bewegen. Das Seminar war gut organisiert: super leckeres koscheres Essen, Workshops, Ausflüge, unter anderem in den Freizeitpark Mirabilandia, der mit seinen Achterbahnen ein Highlight für unseren Sohn war. Das Highlight für mich waren die Schiurim der Rebbezin Sarah Bergauz. Was auch immer man für ein Anliegen hatte, man fand bei den Organisatoren ein offenes Ohr und eine helfende Hand. Vielen Dank an alle, wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Sommer!“

zwst%20logo_trenn_weiss_250

18+Woche in Bellaria für junge Erwachsene

zwst_60218 plus

Im Rahmen ihres Angebotes für junge Erwachsene hat die ZWST Ende August wieder eine 18+Woche mit 43 Teilnehmenden in Italien organisiert, geleitet von Ilya Daboosh und Co-Rosch Sasha Kaplan.

Katya (32), eine Teilnehmerin aus Frankfurt/M., bringt das Besondere auf den Punkt: "Das 18plusMachane ist ein tolles Format, um junge jüdische Leute aus ganz Deutschland zusammen zu bringen. Zum einen hatte das Ganze viel Urlaubscharakter: tolle Unterkunft, Strand & Sonne, Ausflug nach Ravenna, leckeres Essen, gute Laune. Zum Anderen gab es einen vielfältigen Input: Von sportlichen Kraw Maga-Runden, über Workshops mit einem Psychologen, bis hin zu Peulot und interaktiven Diskussionsrunden mit Young Jewish Activists - für jedes intellektuelle Bedürfnis war etwas dabei! Ein gemeinsamer Schabbat mit Schiur und Dwar Torah, nachdem wir uns mit Gesang, Tänzen und Challa-Backen gemütlich darauf eingestimmt hatten, hat die aktive und ereignisreiche Woche in Bellaria angenehm abgerundet! Auch die Organisation und Durchführung waren super. Alles in einem: eine relaxte und angenehme Atmosphäre mit viel Gute-Laune-Faktor! Großen Dank an die ZWST, ich freue mich bereits auf die kommende Machane-Saison!"

Alexander (25), ein Teilnehmer aus Nürnberg ergänzt: „Was dieses Machane harmonisch machte, waren die Teilnehmer, jeder auf seine individuelle Art und Weise. Alle trugen dazu bei, dass sich mehr als 40 junge jüdische Leute miteinander wie zu Hause fühlten, ihre jüdische Identität festigen konnten, um letztendlich motiviert und energiegeladen, mit neuen jüdischen Freunden im Handgepäck, in den Alltag zurückzukehren.“

zwst%20logo_trenn_weiss_250