Mabat unterrichtet auf Machanot -
Digitale Transformation und die ZWST-Jugend

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Digitale Basics für die jüngsten Chanichim
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Gemeinsam mit Trainer Michael wurde eine App entwickelt

Auf den diesjährigen Sommermachanot gab es eine Premiere für die Teilnehmenden. Im Rahmen des Projektes „Mabat“ waren in Bad Sobernheim, Gatteo und Bellaria mehrere Trainer*innen im Einsatz, um den Chanichim verschiedene Bereiche der Digitalen Transformation näherzubringen.

Dazu gehörten Schwerpunkte der Digitalen Transformation, die im Schulunterricht und anderen Bildungsbereichen noch nicht genügend berücksichtigt werden. Hierbei wurden erste Schritte des Programmierens erlernt sowie Grundverständnisse in den Bereichen Cybersecurity, Künstliche Intelligenz und Design Thinking vermittelt.

Auf den Machanot in Gatteo und Bellaria, für die Altersgruppen 12-15 und 16-19, haben die Trainer*innen Deborah Kohn, Joshua Aaron, Michael Pomogajko und Projektleiter Benjamin Fischer Workshops und Kurse organisiert.

Deborah ist Expertin im Bereich Design Thinking. Sie brachte den Jugendlichen bei, kreative und innovative Ansätze zur Entwicklung neuer Ideen und zur Entscheidungsfindung zu entwickeln. Außerdem erklärte sie, wie man digitale Werkzeuge optimal für die Selbstorganisation einsetzen kann.

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Trainer Josh deckte mit drei unterschiedlichen Workshops ein weites Aufgabenfeld, ab, unter anderem zur digitalen Inklusion. Hier ging es darum, digitale Hilfsmittel bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung und Senioren einzusetzen und generell die Frage des gleichberechtigten Zugangs zum Internet zu beantworten. Weiterhin hat Josh die Jugendlichen in die Anfänge des Programmierens mit Hilfe von Sphero-Robotern eingeführt und über den verantwortungsbewussten Umgang mit Daten in den sozialen Netzwerken gesprochen. Michael und Benny haben mit Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz zwei weitere zukunftsorientierte Themen vorgestellt. Michael verdeutlichte den Chanichim die Gefahren des World Wide Webs und wie man sich wappnen kann. So wurde zum Beispiel gelernt, Merkmale von „Phishing“, einer E-Mail mit Virus zu erkennen und wie ein sicheres Passwort aussieht.

Im Workshop zur künstlichen Intelligenz hat Benny gezeigt, wie viel Potenzial die Digitale Transformation jetzt schon entfaltet hat und wie weit der Weg noch gehen kann. Dabei konnten die Jugendlichen bei bestimmten Anwendungen interaktiv agieren, z.B. um Gesichtserkennungssoftware besser zu verstehen. Ihnen wurde nahegelegt, dass sie selbst auch die gesellschaftlichen Konnotationen des digitalen Wandels mitbestimmen können und sollten.

Im Max-Willner-Heim wurde viel Wert darauf gelegt, den 8-11jährigen Chanichim altersgerechte Grundkenntnisse zu vermitteln. Neben Basiswissen im Design Thinking – dem innovativen und agilen Arbeiten – kamen hier mit Joshua Sphero-Roboter zum Einsatz, mit denen die Kinder die Grundlagen des blockbasierten Programmierens erlernten.

Alle teilnehmenden Chanichim blicken auf interessante, lehrreiche und lustige Workshops zurück, die sie ein Stück mehr auf ihre Zukunft vorbereitet haben.

Benny Fischer, ZWST

Kontakt:
Benny Fischer
T.: 030 / 257609917
fischer@zwst.org

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„Wohlfahrt digital“ - Im Transformationsprozess zu smart welfare

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Workshop, li.: ZWST-Direktor Aron Schuster
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Brachte gute Nachrichten: Familienministerin Dr. Franziska Giffey

Die Herausforderungen der Digitalisierung betreffen auch die Freie Wohlfahrtspflege und damit auch die Menschen, die ihre vielfältigen Angebote in Anspruch nehmen. Sie ist ein elementarer Faktor für Teilhabeoptionen, kann aber gleichzeitig gesellschaftliche Ausgrenzungen verursachen. Vor diesem Hintergrund hat die BAGFW am 28. Juni in Berlin eine Fachtagung organisiert, um die Rahmenbedingungen einer sozialen Digitalisierung zu diskutieren. Gleichzeitig bot die Tagung einen Raum, um Projekte und neue Ansätze der Wohlfahrtsverbände zu präsentieren und einen breiten Austausch in Gang zu setzen.

Die Tagung wurde mit guten Nachrichten eröffnet: Familienministerin Dr. Franziska Giffey sicherte in ihrem Grußwort zu, dass die Digitalisierung der Freien Wohlfahrtspflege auch im kommenden Jahr durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird: „Unser Sozialstaat wäre undenkbar ohne die wichtige Leistung der Wohlfahrtsverbände. Die wichtige Frage ist: Wie schaffen wir einen Sozialstaat, der aufsuchend, begleitend ist, aber auch Menschen nicht nur versorgt, sondern auch befähigt. Es geht um Vernetzung, Kommunikation, Zugang, aber auch innovative Lösungen, damit sich die soziale Wohlfahrt auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts einstellen kann.“

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„smart welfare“: Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Udo Seelmeyer (FH Bielefeld, Lehrgebiet Sozialwissenschaft), Dr. Joß Steinke (DRK Generalsekretariat, Bereichsleiter Jugend und Wohlfahrtspflege) sowie Eva-Maria Welskop-Deffaa (Deutscher Caritasverband DCV, Vorstand Sozial- und Fachpolitik) über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Es gab einen intensiven Austausch darüber, wie eine digitalisierte Wohlfahrt aussehen könnte, wie Teilhabe durch sie sichergestellt werden kann und welche konkreten Aufgaben sie erfüllen sollte.

Workshop von ZWST und Caritas: Benny Fischer (ZWST, Initiative Mabat) und Andrea Bartsch (DCV) organisierten einen Workshop zum Thema „Digitale Angebote für (neue) Zielgruppen“, eröffnet von Aron Schuster (Direktor der ZWST) und Eva Welskop-Deffaa. Die beiden Schwerpunktthemen „Online-Beratung“ und „Sozialräumlichkeit“ warfen die Frage auf, wie die digitale Transformation dazu beitragen kann, mehr Menschen einfacher und schneller zu erreichen. Zunächst wurde im Workshop ein Planspiel durchgeführt. Die neuen Anforderungen der Digitalisierung in der Wohlfahrtspflege wurden mit den Herausforderungen verglichen, mit denen die Feuerwehr konfrontiert ist. Die Workshop-Teilnehmenden hatten den Auftrag, in Kleingruppen Probleme festzustellen und Lösungsansätze zu erarbeiten. Im Anschluss stellten Caritas und ZWST ihre Digitalisierungsprojekte vor. „Die ZWST geht das Thema der digitalen Transformation holistisch an, versucht also, ihre Arbeitsbereiche zu durchleuchten und neu auszurichten,“ so Benny Fischer.

Weitere Workshops wurden zu den Themen „Wie wir dem Fachkräfteengpass aktiv entgegentreten können“ (Arbeiterwohlfahrt und Diakonie) sowie „Der Verband als Netzwerk“ (Deutsches Rotes Kreuz und Paritätischer Gesamtverband) organisiert.

HvB, ZWST
Fotos: BAGFW Tanja Schnitzler

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