Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2017

Ella Gurzhy,

von 2005 bis 2017 Sozialberaterin der ZWST in Potsdam

Foto: BBAG

Verdienstvolles Engagement als Integrations-Lotsin in Potsdam

Nach 12jähriger Tätigkeit als Sozialberaterin bei der Stadt Potsdam hat die ZWST im Herbst 2017 Ella Gurzhy verabschiedet, die seit 2005 jüdische Zuwanderer bei ihrer Integration begleitet hat. Ihre Nachfolgerin ist seit September Valerie Vorkul, die seit diesem Jahr auch als Migrationsberaterin (MBE) in Cottbus tätig ist (s. Ausgabe 1-2017).

Ella Gurzhy, geboren 1949 in Nowoschatinsk (Russland), kam im Oktober 1995 mit ihrer Familie nach Deutschland. Ihr Hochschulabschluss als Elektroingenieurin wurde in Deutschland nicht anerkannt. 1996 absolvierte sie bei der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft e.V. (BBAG) einen Deutschkurs und nahm an Fortbildungen zum Thema Migration teil. Die hier gewonnenen Erfahrungen brachte sie 1999/2000 in einem Projekt der BBAG zur Entwicklung regionaler Ansätze für Selbstorganisation und Selbsthilfe für jüdische Zuwanderer im Land Brandenburg ein. 2002 bis 2004 war sie als Migrantenberaterin für die jüdische Community in der BBAG im Rahmen des EQUAL-Projekts „INCLUSION“ beruflich tätig. In diesem Zusammenhang entstanden ihre Kontakte zur ZWST und zur Beratungsstelle Brandenburg in Potsdam. (Quelle: BBAG)

„Man kann meine Arbeit in erster Linie als ´Lotsen-Tätigkeit` beschreiben, ich vermittelte die Ratsuchenden an zuständige Stellen und habe ihnen weitere Informationsquellen mit auf den Weg gegeben. Es ging zunächst um finanzielle Absicherung, Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Arbeitssuche, Anerkennung von beruflichen Abschlüssen. Hier konnte ich meine mittlerweile bestehenden guten Kontakte und die Vernetzung mit den Behörden und anderen Einrichtungen nutzen. Im Laufe der Zeit stieg der Bedarf nach psycho-sozialer Beratung und Versorgung. Dank der Fortbildungen der ZWST war ich in der Lage, auch hier professionelle Hilfe zu leisten. Die älteren jüdischen Zuwanderer benötigen heute mehr Hilfe im psycho-sozialen Bereich als früher. Es mangelt ihnen an Deutschkenntnissen, an sozialen Kontakten, im Familienkreis entstehen Gräben. Die Kinder oder Enkelkinder haben sich oft erfolgreich integriert und gehen eigene Wege. Wohlfahrt bedeutet für mich auch nach der Beendigung meiner Berufstätigkeit, für diese Menschen da zu sein und Selbsthilfeaktivitäten zu unterstützen.“

Die ZWST bedankt sich bei Ella Gurzhy für ihre verdienstvolle Tätigkeit sowie ihr Engagement für jüdische Zuwanderer und wünscht ihr für ihren dritten Lebensabschnitt alles Gute!

HvB, ZWST

 

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