Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2017

Deutscher Sozialpreis 2017 - Medienpreis der Freien Wohlfahrtspflege verliehen

Gesellschaftlicher Zusammenhalt war politisches Thema des Abends

Auch wenn die Rolle und Bedeutung der Medien beim Thema Gesellschaftlicher Zusammenhalt von den Gewinnerinnen und Gewinnern des Deutschen Sozialpreises unterschiedlich eingeschätzt wurde, war eines allen wichtig: noch genauer hinzuschauen bei Berichten über Menschen, die sich nicht als Teil der Gesellschaft fühlen, noch genauer zuzuhören und diese Geschichten vorurteilsfrei zu erzählen. Geehrt wurden sie am 22. November in der Berliner Akademie der Künste im Rahmen des Politikforums der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) für ihre herausragenden Arbeiten in den Sparten Print, Hörfunk, Fernsehen und Online. Die ausgezeichneten Arbeiten wurden 2016 erstmalig veröffentlicht.

Sparte Print:

Isabell Hülsen, Kristina Gnirke, Martin U. Müller: „Ein krankes Haus“, SPIEGEL

Innenansichten eines Klinikkonzerns

Sparte Online:

Jürgen Brügger, Jörg Haaßengier: „Die Nordstadtkinder“, wdr.de

Eine Webdokumentation über Kinder aus dem sozialen Brennpunkt der Dortmunder Nordstadt.

Sparte Hörfunk:

Stephan Beuting, Sven Preger: Serie: „Der Anhalter“, WDR 5

Die Serie zeigt exemplarisch den Lebensweg eines Mannes, der nach seiner Kindheit in der Jugendpsychatrie nicht mehr ins Leben zurück findet.

Sparte Fernsehen:

Der Preis wird nach der Entscheidung der Jury geteilt.

Simone Grabs: 37° „Wirklich beste Freunde – eine Clique fürs Leben“, ZDF

Der Beitrag erzählt die Geschichte eines schwerstbehinderten jungen Mannes, der von seinen Freunden betreut wird.

Elke Sasse: „#MyEscape“, Deutsche Welle/WDR

Der Dokumentarfilm ist eine Montage aus (Handy-)Videos von Flüchtlingen, die ihre lebensgefährliche Flucht nach Deutschland selbst dokumentieren.

 

Prominenter Gastredner des Abends war ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey. Bei der Frage des Gesellschaftlichen Zusammenhalts sieht er Journalisten in der Pflicht, Konflikte aufzuzeigen, denn gelöst werden könnten sie nur, wenn sie aufgedeckt sind. Prälat Dr. Peter Neher, Präsident der BAGFW, verwies in seiner Eröffnungsrede darauf, dass ein hohes Protestpotential bei Wählerinnen und Wählern als Indiz für gesellschaftliche Spaltung gesehen werden kann und vielfältige Ängste bei der Wahrnehmung der Wirklichkeit eine wichtige Rolle spielen.

Den rund 200 geladenen Gästen der Veranstaltung wurden die ausgezeichneten Beiträge vorgestellt. Parallel sind die vollständigen Arbeiten auf der BAGFW-Webseite zum Lesen, Hören und Sehen verlinkt.

Seit 1971 verleihen die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege den Deutschen Sozialpreis. Der Medienpreis zur sozialen Lebenswirklichkeit in Deutschland ist mit insgesamt 20.000 € dotiert und wird in vier Sparten vergeben. Für den Deutschen Sozialpreis 2017 wurden 298 Beiträge eingereicht.

BAGFW, Fotos: BAGFW/Jeske

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