Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2017

„Das Beste geben“ - Rückmeldungen aus der Seminarreihe Jugendarbeit

Im November 2017 hat die ZWST ihre 6-teilige Seminarreihe für auszubildende Madrichim mit 364 Teilnehmern abgeschlossen. Wir haben uns mit einer Teilnehmerin, Esther (18, aus Trier) und einem Referenten (Rodion, 24, aus München) unterhalten.

Was war deine Motivation, an der ZWST-Ausbildungsreihe für Madrichim teilzunehmen?

Esther: „Nachumi Rosenblatt hat uns im Rahmen des letzten Wintermachanes anhand der Mitgliederstatistik verdeutlicht, wie gering der Anteil der jungen jüdischen Generation in den Gemeinden ist. Deshalb war und ist es mir wichtig, im Rahmen der Fortbildungsreihe viele hilfreiche Informationen für das Engagement im Jugendzentrum meiner Gemeinde zu bekommen und als Madricha auf die Machanot zu fahren. Ich will den Kindern und Jugendlichen die hohe Bedeutung ihres aktiven Engagements in ihrer Gemeinde und allgemein in der jüdischen Gemeinschaft vermitteln.“

Was waren für dich die Highlights?

Esther: „Ein großes Highlight war für mich die Gelegenheit, ein Programm für alle Seminarteilnehmer zu erstellen und es auch mitzuleiten. Es war für mich eine neue Erfahrung, vor rund 80 Leuten mein Bestes zu geben. Auch die Gelegenheit, den Gottesdienst zu Schabbat zu leiten, war für mich etwas ganz Besonderes.“

Was nimmst du von dieser Seminarreihe mit „nach Hause“, in deine Gemeinde, in dein Jugendzentrum?

Esther: „Nachdem wir gelernt haben, wie man ein Programm gestaltet, ist es mein Bestreben, das in unserem Jugendzentrum umzusetzen. In unserer Gemeinde kommen nicht viele Kinder ins Jugendzentrum - dies wollen wir mit besonderen und interessanten Programmen ändern! Hierfür haben wir auf den Seminaren viele nützliche Tipps und Ideen erhalten. Hier erwarte ich vor allem von mir selber, dass ich mein Bestes gebe und das erlangte Wissen anwenden kann.“

Was ist deine Motivation, an diesen Seminaren als Referent mitzuwirken?

Rodion: „Die jüdische Jugendarbeit lebt von der Nachhaltigkeit. Sie ist ein Garant dafür, dass jede Idee und jedes Konzept über einen längeren Zeitraum funktionieren kann. Es liegt an mir, alles was ich über Jahre hinweg im Jugendzentrum, auf Machanot oder auf Seminaren gelernt habe, umzusetzen und weiterzugeben. Denn nur so können wir garantieren, dass auch unsere Kinder und Enkel hier in Deutschland in einem jüdischen Umfeld aufwachsen und sich entwickeln können. Genau das ist meine Motivation und mein Verständnis von meiner Aufgabe: ein Engagement im Sinne der Nachhaltigkeit.“

Was sind die Bedürfnisse und Vorstellungen der Seminarteilnehmer?

Rodion: „Jeder kommt mit seinen individuellen Vorstellungen in die Seminare, jedoch glaube ich, dass alle etwas gemeinsam haben: den Willen, einen Beitrag zu leisten. Diese Grundeinstellung erlaubt uns, mit den Teilnehmern intensiv, produktiv und auf einem hohen Niveau zu arbeiten. Darüber hinaus sollten wir die jeweiligen Gemeinden, das Umfeld und den Hintergrund der Teilnehmer berücksichtigen. Unsere Konzepte sind innerhalb eines gewissen Rahmens flexibel, damit ein sowohl qualitativ als auch quantitativ maximales Spektrum an Teilnehmern erreicht werden kann.“

Was sind zukünftige Anforderungen an die Seminarprogramme?

Rodion: „Die Jugendlichen wachsen heute in einem anderen Umfeld auf als vor einigen Jahren und sind somit auch anderen Einflüssen ausgesetzt. Das Seminarprogramm muss sich mit diesen Einflüssen wie z.B. social media beschäftigen. Doch neben diesen Aspekten unserer Gegenwart sollten wir dabei nicht unsere Grundwerte wie unsere Kultur und unsere Traditionen vernachlässigen, sondern ganz im Gegenteil muss heute umso mehr Wert auf die Stärkung unserer jüdischen Identität gelegt werden.“

Danke, Esther und Rodion !

HvB, ZWST

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