Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2017

Liana Kotliar, DIFD-Volunteer bei ALUT in Haifa

Aus dem Alltag einer DIFD-Volunteerin in Israel

Liana Kotliar aus Münster, aktuell als DIFD-Volunteer bei ALUT in Haifa, Israel, schreibt während ihrer Zeit in Israel einen Blog, hier ein Auszug:

„Ich habe mich für den deutsch-israelischen Freiwilligendienst (DIFD) der ZWST entschieden, weil es für mich eine gute Möglichkeit ist, einen Aufenthalt in Israel mit einer sinnvollen Auszeit vom Studium zu verbinden. Ich habe vorher noch nie mit Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen gearbeitet, habe mich noch nie mit Autismus beschäftigt und habe auch keinerlei Vorkenntnisse über diese Arbeit.

Die Menschen, die hier leben, werden ´Chaverim` (´Freunde`) genannt. In meiner ersten kleinen Schicht handelte es sich um die Tagesbeschäftigung in einer Werkstatt. Jeden Tag kommen wir mit den Chaverim für den gesamten Vormittag dorthin, um zu basteln und zu werken. Als angehende Lehrerin und als langjährige Madricha, habe ich normalerweise keine Schwierigkeiten, Kontakt herzustellen und auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Aber in diesem speziellen Fall, wenn ich aus der Reaktion nichts lesen kann, Verhaltensweisen nicht einschätzen oder deuten kann und weder über Sprache noch Gestik oder Berührung eine Verbindung herstellen kann, fiel mir diese erste Begegnung schwer.

Doch Tag für Tag arbeite ich mehr und merke Stunde um Stunde, dass ich plötzlich anfange, die Leute zu verstehen. Nach und nach machen einzelne Gesten Sinn, ich lerne, wer welche Ängste hat, wer Körperkontakt und Zuwendung braucht und bei wem mehr Distanz wichtig ist. Nach der Übernahme kompletter 7-Stunden-Schichten, in Begleitung von Mitarbeitern, verstehe ich die Tagesabläufe, lerne die Bewohner besser kennen und kann mehr und mehr mithelfen anstatt nur zuzuschauen.

Ich lerne von den Mitarbeitern - aber eben auch von den Chaverim. In unserer Einrichtung herrscht eine extrem freundliche und offene Atmosphäre. Die motivierten Mitarbeiter bringen den Chaverim viel Gefühl und Nähe entgegen. Und die Bewohner fühlen sich sichtlich wohl. Natürlich gibt es schwierige Tage, an denen manche Bewohner nicht zur Ruhe kommen. Trotzdem kann ich sagen, dass ich gerne hier bin und das Gefühl habe, einen wichtigen Beitrag zu leisten. Wie sich das Ganze weiter entwickelt und über weitere Grenzen meiner Komfortzone berichte ich euch gerne in den nächsten Beiträgen.“

ALUT

The Israeli Society for Children and Adults with Autism

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