ZwST informiert: Kompetenzzenrtum

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 4 · Dezember 2015

Reflexion über Antisemitismus   •  Foto: Gregor Zielke

Empowerment für die jüdische Community:
Herbstakademie in Berlin

Die diesjährige Herbstakademie „Geteilte Geschichten - gemeinsame Erfahrungen: Antisemitismus als persönliche Erfahrung und soziales Phänomen“ ist ein Bestandteil des neuen Kompetenzzentrums der ZWST für Prävention und Empowerment (s. Ausgabe 3-2015).

Das primäre Anliegen des Zentrums ist die Stärkung der jüdischen Gemeinschaft in ihrem Umgang mit Antisemitismus und Diskriminierung. Hierfür bietet der Ansatz des „Community Coaching“ Seminare, Schulungen und Fachberatung an. Seit Jahren gibt es erfolgreiche Projekte im Bereich der Holocaust Education, Antidiskriminierungspädagogik und Antisemitismusprävention. Im Rahmen der Förderung zur Strukturentwicklung bundeszentraler Träger durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ kann die Arbeit der ZWST nun auch auf das Strukturfeld „Empowerment der jüdischen Community“ ausgeweitet werden. Das Zentrum plant themenbezogene Empowerment- und Qualifizierungsprogramme für Jugendliche und Erwachsene und entwickelt innovative Empowerment-Formate für Einrichtungen und Institutionen. Neben der Förderung durch den Bund wird der Aufbau des Kompetenzzentrums durch das Thüringer Landesprogramm "Denk Bunt", das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und die F.C. Flick Stiftung Brandenburg unterstützt.

Die 3-tägige Herbstakademie richtete sich an jüdische Studierende sowie Mitarbeitende von jüdischen Institutionen, u.a. im Bereich der Kinder- und Jugendbildung. Die Veranstaltung mit 16 Teilnehmern bot einen Seminar- und Begegnungsraum für Reflexion über Antisemitismus als persönliche Erfahrung und soziales Phänomen. Das Leitmotiv war die Sensibilisierung, aber auch fachlicher Input, insbesondere im Hinblick auf die Qualifizierung im Umgang mit Antisemitismus im privaten und beruflichen Alltag. Die doppelte Aufgabe der Schulung und Handlungsaktivierung spiegelte sich im Seminarprogramm wider: Die Reflexion über das Familiengedächtnis ging in die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verständnis von Antisemitismus und wechselte sich mit fachlichen Inputs zu Manifestationen des Antisemitismus aus soziologischer und psychologischer Perspektive ab.

Ein weiterer Schritt war die Analyse der bisherigen Bewältigungsstrategien im Umgang mit antisemitischen Vorfällen und Generierung neuer Umgangsformen. Neben dem biographischen Reflexionsraum und fachlichen Analysen hat die Herbstakademie ein Fachgespräch anbieten können. Anne Molls (Bundesprogramm „Demokratie leben!“), Aycan Demirel (KIgA), Irina Katz (Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Freiburg), Juri Goldstein (Stellv. Vorsitzender der jüdischen Landesgemeinde Thüringen) und Mathias Wörsching (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, Berlin) haben ihre Erfahrungen, Ansätze und Perspektiven auf das Thema vorgestellt sowie weitere Bedarfe erkundet. Die Intention der künftig im jährlichen Turnus stattfindenden Herbstakademie ist die Etablierung einer gemeinsamen Plattform für Dialog, Empowerment und Professionalisierung im Bereich der Antisemitismus- und Diskriminierungsprävention.

Marina Chernivsky, Projektleiterin

 

O-Töne von Teilnehmern

„Für mich war es eine komplette Überraschung. Ich habe trockenen Input erwartet, aber hier wurde uns eine Möglichkeit gewährt, endlich darüber sprechen zu können. Um damit fertig zu werden und darüber hinaus aktiv zu werden, brauche ich mehr als eine Perspektive.“

„Ich möchte keine Opferrolle, dort wo es um andere Dinge geht. Ich will begreifen, wo ich selbst aktiv werden kann, und vor allem wie ich das tun kann, ohne in Paranoia zu verfallen.“

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