Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2018

Together everyone achieves more - Umgang mit dementiellen Erkrankungen

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in der jüdischen Gemeindelandschaft wird das Thema „Demenz“ immer wichtiger und verursacht einen steigenden Beratungsbedarf im Arbeitsalltag der Sozialabteilungen.

Der Anteil der über 60jährigen Gemeindemitglieder ist von 33 % im Jahr 2000 auf 47 % im Jahr 2017 gestiegen. Die weitere Zunahme der älteren Generation im Verhältnis zu den jüngeren Altersgruppen in den kommenden Jahren ist absehbar. Daher werden Antworten auf die Frage „Wie geht man mit dem Krankheitsbild Demenz um?“ immer drängender.

Die ZWST hat in den letzten Jahren ihre diesbezüglichen Aktivitäten und Angebote intensiviert. Es gilt, immer mehr Sozialarbeiter und Multiplikatoren in den jüdischen Gemeinden professionell zu befähigen, aber auch für Betroffene und ihre Angehörigen verschiedene Aktivitäten anzubieten, die sie unterstützen und entlasten können.

Die Unterstützung der jüdischen Gemeinden für diesen Personenkreis ist zentral, denn ihre Mitarbeiter wissen nur zu genau, dass die soziokulturellen Umstände und Einflüsse der Migration, der mangelnde Erwerb der deutschen Sprache, die fehlende Anerkennung von Berufsabschlüssen in Deutschland sowie das recht fortgeschrittene Lebensalter bei der Migration die individuellen Lebenssituationen der Betroffenen wesentlich mitprägen.

Das Sozialreferat organisiert seit einigen Jahren zertifizierte Fortbildungsreihen für ehrenamtliche Demenzbegleiter sowie für Alltagsbegleiter in Pflegeeinrichtungen.

In diesem Jahr fanden zwei regionale Tagesseminare zum Thema Demenz für Multiplikatoren, teilweise in russischer Sprache in den jüdischen Gemeinden Magdeburg (Leitung: Inessa Myslitska) und in Recklinghausen (Leitung: Heike Becker und Jana Stachevski) statt. Dabei zeigte sich, dass es einen großen Bedarf gibt, sich zu diesem Thema auszutauschen.

Für die Betroffenen selber und ihre Angehörigen wird einmal jährlich eine Betreuungsfreizeit im Kurhotel „Eden-Park“ in Bad Kissingen unter der Leitung von Graziella Gubinsky (ZWST-Sozialreferat) angeboten. Sie findet hohen Zuspruch, da sie doch gerade den Angehörigen eine kurze Erholung von ihrem oft schwierigen Alltag verschafft.

Auch die Forschung zu dieser speziellen Zielgruppe hat Auftrieb bekommen: In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrike Höhmann (Universität Witten) stellte die Sozialpädagogin und angehende Gerontologin Heike Becker auf einer Tagung der Robert-Bosch–Stiftung erste Ergebnisse zum Thema „Pflegesituationen von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen bei jüdisch-russischen Kontingentflüchtlingen“ vor. Ihre Doktorarbeit zu dieser Thematik befindet sich in Planung.

Die ZWST hat auf ihrer Webseite erste deutsch- und russischsprachigen Informationen zu dieser Thematik eingestellt. Der ZWST ist es wichtig, mit weiteren Aktivitäten die jüdischen Gemeinden zum Thema Demenz zu unterstützen, Anregungen dazu nimmt das Sozialreferat der ZWST entgegen.

Dinah Kohan, ZWST, Heike Becker, Universität Witten

 

Kontakt Sozialreferat:

Jutta Josepovici, Leiterin

T.: 069 / 944 371-31

E-Mail: josepovici@zwst.org

 

Schulung für Demenzbegleiter, Teil I   (bei Bedarf mit russ. Übersetzung)

19.11. - 22.11. 2018

Anmeldung ist nur für die gesamte Fortbildung möglich, Teil II  folgt 2019

 

Vertiefungsseminar für Demenzbegleiter

10.12. - 13.12. 2018

Für Teilnehmer, die die mehrteiligen, zertifizierten Schulungsreihen abgeschlossen haben

 

Fortbildung für Alltagsbegleiter

10.12. - 13.12. 2018

 

Kontakt und Info Seminare:

Graziella Gubinsky

T.: 069 / 944 371-14

E-Mail: gubinsky@zwst.org

 

Allgemeine Info:

www.zwst.org/de/senioren/demenz

(deutsch/russisch)

 

 

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