Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2018

Sommermachanot im Max-Willner-Heim

Atzma´ut-Show am Tag der offenen Tür: Das 70. Jubiläum der Staatsgründung Israels war auch ein wesentliches Kernelement beim 2. Turnus in Bad Sobernheim, mit 102 Teilnehmern von 8-11. Neben Ausflügen und vielfältigen Programmen studierten die Kinder verschiedene Choreographien ein, die sie gegen Ende des Machanes am 2. August einer Vielzahl von Menschen im Rahmen einer „Atzma‘ut Show“ präsentierten. Von nah und fern kamen Eltern und Besucher in das Max-Willner-Heim zu diesem besonderen „Tag der offenen Tür“. Aus Frankfurt kamen ZWST-Direktor Aron Schuster und ZWST-Jugendreferent Nachumi Rosenblatt, aus Bad Sobernheim der Bürgermeister Michael Greiner und der stellvertretende Bürgermeister Volker Kurz. Auch internationale Gäste wurden begrüßt, wie Daniela Greiber, die Programm-Managerin der Rothschild Foundation Europe aus London.

Auch Dieter Burgard, der neue Antisemitismusbeauftragte in Rheinland-Pfalz, ließ es sich nicht nehmen, den Austausch mit der jungen jüdischen Generation zu suchen. Gemeinsam mit Aron Schuster und dem ZWST-Präsidenten Ebi Lehrer unterhielt er sich bei einem Besuch im Max-Willner-Heim mit den Madrichim und wurde dabei von einem Kamera-Team des ZDF begleitet.

Madrichim als Multiplikatoren: Die Machanot sind nicht nur Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche, sondern spielen auch für junge Erwachsene eine wichtige Rolle. Ilja Cinciper und Emily Althaus, beide Anfang 20, waren vom 23. Juli bis 5. August als Madrichim dabei. Sie haben als Chanichim diverse Machanot besucht, haben viel Zuwendung bekommen und wurden hier maßgeblich geprägt. Ilja, Student der Wirtschaftswissenschaften will den Chanichim etwas zurückgeben. Der Medizinstudentin Emily liegt das Vermitteln von jüdischer Gemeinschaft, Tänzen und Liedern besonders am Herzen. „Die Lieder und Tänze kennt jeder, der schon einmal auf Machane gefahren ist. Für mich sind es die Höhepunkte der Machanot. Gemeinsam am Feuer sitzen und singen“, sagt Emily. Ein Machane ist ein „einziger riesiger Feiertag im Jahr“ für die beiden Studenten.

Die Vermittlung von humanitären Werten wie Toleranz und Empathie, sozialen Kompetenzen und Demokratie spielen für das Aufgabengebiet der Madrichim eine wichtige Rolle, findet die langjährige Rosha Susanne Benizri, Erziehungsreferentin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden: „Die Madrichim bekommen durch die Machanot die Möglichkeit, Dinge zu lernen, die sie auf andere Lebensbereiche übertragen können.“ Ilja und Emily reflektieren ihre eigenen Erfahrungen immer wieder. Sie wollen der jungen Generation als Vorbilder dienen, um Rat gefragt werden können - und für jeden Spaß zu haben sein. Beim Ausarbeiten von Programmen, bei der Bewältigung von Herausforderungen oder auch als Inspirationsquelle denken die beiden an ihre ehemaligen Madrichim. „Wir wollen den Kindern genau dasselbe geben, wie unsere Madrichim uns und noch mehr“, sagt Ilja.

Respekt: Für Susanne ist es ein Privileg mit diesen jungen Menschen ein Machane leiten zu können: „Alle Madrichim könnten jetzt auch mit ihren Freunden im Urlaub entspannen oder durch einen Ferienjob Geld verdienen. Sie haben sich aber dafür entschieden, auf den Machanot Verantwortung zu übernehmen. Dafür gebührt ihnen großer Respekt.“ Mit liebevoller Hingabe und einem Blick für Details sind Ilja und Emily sowie das gesamte Team nicht nur dafür verantwortlich, dass die Aufführung ein Erfolg wurde, sondern dass viele Kinder aus ganz Deutschland einen unvergesslichen Sommer erleben.

Ruben Gerczikow, Student der Publizistik und Kommunikationswissenschaften, absolviert zurzeit ein Praktikum bei der ZWST

 

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