Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2018

„Jüdisches Leben im 21. Jahrhundert“ - Parlamentarischer Abend in Berlin

Am 28.Juni 2018 lud die ZWST zu ihrem ersten Parlamentarischen Abend in Berlin ein. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Jüdisches Leben im 21.Jahrhundert – Erfolge und Herausforderungen einer Migration & Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Diskriminierung“. Aron Schuster, Direktor der ZWST, war es ein Anliegen, eine Plattform zu kreieren, um u.a. auf die Erfolge und Hindernisse der Zuwanderung hinzuweisen. Generell sollte die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ZWST in den Vordergrund gestellt werden. Zu diesem Anlass fanden namhafte Persönlichkeiten wie die parlamentarische Staatssekretärin für Arbeit und Soziales Kerstin Griese, der Geschäftsführer des Zentralrates der Juden, Daniel Botmann und der Vorsitzende des paritätischen Gesamtverbandes Dr. Rolf Rosenbrock den Weg in die Hessische Landesvertretung. Weitere Vertreter aus Politik und Gesellschaft wohnten diesem Anlass bei.

Verantwortung: Die ZWST ist sich ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung für das Judentum in Deutschland bewusst. Vor diesem Hintergrund sucht sie den gesamtgesellschaftlichen Austausch, wie ZWST-Präsident Abraham Lehrer in seiner Rede betonte. „Die ZWST ist die Dachorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland. Sie bündelt viele Strömungen des Judentums – liberale wie orthodox“, so Lehrer.

Integration und Bildung: Aron Schuster sieht die ZWST u.a. als Garanten für gelungene Integration in Deutschland. Nicht nur im Bereich der Integration ist die ZWST aktiv, sondern auch in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Diskriminierung. Es wurden innovative Konzepte und Strategien entwickelt, um Probleme aufzuzeigen und effektiv zu lösen. Besonders die Jugend lobt Schuster: „Die junge jüdische Generation in Deutschland engagiert sich aktiv für unsere Gesellschaft in vielfacher Hinsicht.“

Gerechtigkeit: Günter Jek, Büroleiter der ZWST in Berlin, bestärkte die Forderung der ZWST im Umgang mit den ehemaligen jüdischen Kontingentflüchtlingen. Für die ZWST ist klar, dass sie ein Anrecht auf Rentenauszahlungen haben wie andere Personen auch. Vor Vertretern der deutschen Politik sagte Jek: „Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien vereinbart, für Härtefälle in der Grundsicherung im Rentenüberleitungsprozess einen Ausgleich durch eine Fondslösung zu schaffen und dies für die Gruppe der jüdischen Kontingentflüchtlinge zu prüfen.“ Zur Umsetzung dieses Verfahrens stünde die ZWST mit diversen Hilfeleistungen bereit, um die Lebensleistung dieser Menschen zu würdigen. Weiterhin ist es ein Problem, dass die Mehrheit als nicht-versichert gilt und daher im Alter Probleme bei eventuell erforderlichen Betreuungsleistungen aufkommen könnten. In vielen Pflegeeinrichtungen sind jüdische Zuwanderer, per Gesetz, Bewohner zweiter Klasse. Für Margrit Behrens-Globisch, ZWST-Referentin für Grundsatzfragen, völlig unverständlich: „Die durch diese Leistungsungerechtigkeit entstehende Schieflage sollte schnellstens beseitigt werden, um zu einer entsprechenden bundeseinheitlichen Regelung zum Wohle der Nichtversicherten, sprich unserer Mitglieder, und der jüdischen Einrichtungen zu kommen.“

Aron Schuster sah den ersten Parlamentarischen Abend als großen Erfolg an und kann sich eine weitere Veranstaltung dieser Art durchaus vorstellen: „Meiner Meinung nach muss man Veranstaltungsformate ausprobieren und bei erfolgreicher Umsetzung auch den Mut haben, sie fortzuführen. So können Traditionen entstehen. Unsere Gäste waren von diesem informativen Abend sehr angetan.“

Ruben Gerczikow,

Student der Publizistik und Kommunikationswissenschaften, absolviert zurzeit ein Praktikum bei der ZWST,

Fotos: Gregor Zielke

 

 

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