Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · September 2018

Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst (DIFD):
Austausch der Volunteers

Zwischen dem 18. und 22. Juni traf sich in Bad Sobernheim die vierte Gruppe junger Menschen, die im Rahmen des DIFD ab September ihren Freiwilligendienst in verschiedenen sozialen Einrichtungen in Israel ableisten. Auf dem Seminar im Max-Willner-Heim wurden die Freiwilligen inhaltlich und logistisch auf ihre Zeit in Israel vorbereitet. Zum anderen sollte aber auch die Gruppendynamik gefördert werden, denn von den Teilnehmenden kennen sich die meisten nicht im Voraus. Ein Schwerpunkt war die Vorbereitung auf die Tätigkeiten in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Simon Beckmann, Mitarbeiter im ZWST-Inklusionsprojekt Gesher, hielt einen Workshop, in dem er den Teilnehmenden verschiedene Perspektiven auf das Thema Behinderung und Inklusion näherbrachte. Auch berichtete er von seinen Erfahrungen während seines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Einrichtung. Referent Levi Pfeuffer-Rooschüz, einer der ersten Freiwilligen in Israel, beschrieb eindrücklich, wie es sich anfühlt, den ersten Kulturschock in einem noch fremden Land überwinden zu müssen. Er verdeutlichte, wie sich während seines Freiwilligendienstes sein Interesse an Israel, den Menschen, aber auch an den politischen Konflikten schärfte.

Deutsch-hebräisches Sprachtandem: Ein Höhepunkt war die Möglichkeit, sich mit den aktuellen israelischen DIFDvolunteers, die in Deutschland bis September ihren Freiwilligendienst absolvierten, austauschen zu können. Jeden Morgen machten die deutschen und israelischen Freiwilligen eine deutsch-hebräische „Sprachtandem-Sitzung“, in der sie sich gegenseitig zu einem Tagesthema (z.B. Essen, Zeiten & Wochentage) Vokabular und Redewendungen beibringen sollten.

Auch die israelischen Freiwilligen bereiten sich dieser Tage auf ihre Abreise nach Israel vor. Sie haben ihren Dienst in Deutschland beendet. Auf dem Seminar in Bad Sobernheim hatten sich die neuen deutschen und die aktuellen israelischen Freiwilligen zum Zelten am See Genezareth verabredet. Darauf kommt es der Koordinatorin des Dienstes, Laura Cazés, sehr an: „Mir ist es besonders wichtig, dass unsere DIFDvolunteers nicht nur ihren Dienst absolvieren, sondern auch ein Gefühl für das Land bekommen, in dem sie mindestens sechs Monate verbringen. Deshalb versuche ich, die deutschen und israelischen Freiwilligen so häufig wie möglich zusammen zu bringen. Sie können einander die beste Unterstützung geben, nicht nur, weil sie ihr eigenes Land kennen, sondern auch weil sie genau wissen, wie es sich anfühlt, einen Freiwilligendienst in einem fremden Land zu machen. Mittlerweile haben wir knapp 40 Alumni, die in Zukunft auch noch stärker in die Unterstützung und Begleitung der neuen Freiwilligen übernehmen sollen.“

Zwei der israelischen DIFDvolunteers reflektieren auf ihrem Abschlusstreffen im August in Frankfurt die Erlebnisse ihres Dienstes.

May: „Ich hatte Deutschland ja bereits als Besucherin im Urlaub kennengelernt, aber hier zu leben, war wirklich eine ganz andere Erfahrung! Du kommst an und es dauert erstmal, bis du überhaupt neue Freunde gefunden hast. Ich habe versucht, Leute kennenzulernen, die etwas Ähnliches machen wie ich und habe mir außerdem jemanden gesucht, der Lust hat, mit mir ein Deutsch-Hebräisch Sprachtandem zu machen.“

Nina: „Für eine 18-jährige junge Frau aus einem arabischen Dorf in Israel ist der Gedanke, für ein ganzes Jahr seine Komfortzone zu verlassen, anfangs schon beängstigend. Zu Anfang ist auch einfach jede Kleinigkeit neu, da muss man sich erstmal seinen Weg bahnen. Anfangs war es besonders hart, dass ich die Sprache noch nicht konnte. Und natürlich ist hier in Deutschland alles viel weiter voneinander entfernt, als bei mir zuhause in Israel. Nun kann ich aber wirklich sagen, dass ich hier das beste Jahr meines Lebens hatte!“

Laura Cazés, ZWST

Kontakt und Info

Laura Cazés

T.: 069 / 944371-33

cazes@zwst.org, www.zwst-difd.de

Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Kommentare, auch Ihre Fragen zum Artikel:

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Formular empfangen.

jugendreferat informiert

Herausgeber.:

ZWST, Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/M.
Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17
www.zwst.org

Redaktion und Satz:

Heike von Bassewitz
069 / 944371- 21
oeffentlichkeitsarbeit@zwst.org

Gestaltung:

Andrej Kulakowski

www.a-kulakowski.de

design@a-kulakowski.de