Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · Sept 2017

#Debattencheck: Streitraum Antisemitismusdebatte

Anlässlich der Kontroversen, die rund um die Arte-Fernseh-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa“ aufgekommen waren, hatte das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment am 5. Juli 2017 zu einem Fachgespräch in Berlin geladen. Gemeinsam mit der Bloggerin Juna Grossmann, der Schriftstellerin und Journalistin Mirna Funk und der Medienwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg (Mitherausgeberin der Zeitschrift "Jalta - Positionen zur jüdischen Gegenwart") fanden sich 25 Teilnehmer zu einer Diskussionsrunde zusammen, moderiert von Marina Chernivsky, Leiterin des Kompetenzzentrums.

Es wurde deutlich, dass insbesondere die Diskussionssendung im Anschluss an die Dokumentation, viele, insbesondere jüdische Menschen tief betroffen zurückgelassen hat. In der Gesprächsrunde unterzog das Kompetenzzentrum diese Diskussion einem kritischen „Debattencheck“: Die TV-Sendung, die sich der Frage „Gibt es einen neuen Antisemitismus?“ widmen wollte, verkam bereits durch die eingeladenen Diskutanten zu einer Scheindebatte. In dieser wurden nicht nur laufend „vertraute“ Ressentiments reproduziert, sondern auch jene Symptome fassbar, die beim Sprechen über Antisemitismus häufig auftreten. Dazu gehören u.a. Verharmlosung aktueller antisemitischer Tendenzen, Verweigerung von Empathie sowie die Entpersonalisierung der von Antisemitismus Betroffenen. Obwohl diese Muster keine neuen Erscheinungen sind, stellt die jüngste Darbietung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für viele jüdische Menschen einen Einschnitt dar.

Das Feedback zur Veranstaltung, die eine emotionale wie konstruktive Debatte ermöglichte, zeigte, wie wichtig es ist solche Gesprächsräume zu eröffnen. Dem Kompetenzzentrum ist es ein großes Anliegen, diese weiterhin zu ermöglichen.

Romina Wiegemann, Marina Chernivsky, ZWST, Kompetenzzentrum

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