Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 3 · Sept 2017

Hilfen für Menschen mit Erkrankungen aus dem Autismusspektrum (ASS)

Projekt der ZWST von 2014 bis 2017

Von 2014 bis 2017 hat das Inklusionsprojekt „Gesher“ verschiedene Aktivitäten und Angebote für Menschen mit Erkrankungen aus dem Autismusspektrum (ASS) sowie ihre Angehörigen und Multiplikatoren organisiert. Sie richteten sich vorrangig an Menschen in Hessen und umliegenden Regionen, darüber hinaus gab es überregionale Informationsveranstaltungen.

Beratung und Vernetzung

Das Ziel des von Aktion Mensch e.V. geförderten Projektes war es, den Betroffenen und ihren Angehörigen mehr Wissen über verschiedene Fach- und Beratungsdienste und Wohnformen zu vermitteln. Auch sollte eine intensivere Vernetzung ermöglicht werden, um das Selbstbewusstsein der oft recht isoliert lebenden Betroffenen zu stärken.

In der Projektlaufzeit wurden vier Fachtagungen durchgeführt, mit den Themen Arbeit, Wohnen, Bildung und Freizeit im Fokus.

Gemeinsam mit Angehörigen wurden verschiedene, für diesen Personenkreis interessante Einrichtungen wie die Stiftung Vollmarstein bei Dortmund oder die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie bei Darmstadt besucht. Diese Einrichtungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter anderem spezifische Angebote für Personen mit Erkrankungen aus dem Autismusspektrum organisieren, wie z.B. Wohngruppen für diesen Personenkreis.

Wichtige Bausteine des Projektes waren eine wöchentliche Sprechstunde und regelmäßige Treffen mit Angehörigen in Hessen, die von den Projektleitern Sara Majerczik und Svetlana Pustilnik organisiert wurden. Diese Treffen dienten dem Austausch und der Fachinformation.

Probleme der interkulturellen Verständigung

Im Laufe der Treffen wurde deutlich, dass viele Schwierigkeiten ihre Ursachen in kulturell unterschiedlichen Kommunikationsformen haben: sei es in Ämtern und Behörden, in anderen Einrichtungen als auch innerhalb der Familie. Für eine Expertise auf dem Gebiet der interkulturellen Kommunikation wurde zu mehreren Treffen die Psychologin Elena Libgober eingeladen. Sie hat mit der Gruppe mögliche Fallstricke und Gesprächstechniken in verschiedenen Situationen erörtert. Ihre Tipps und Handreichungen waren für die Teilnehmer sehr hilfreich.

Fachtagung

Zum Abschluss des Projektes fand am 25. Juni 2017 im Seniorenzentrum der jüdischen Gemeinde Frankfurt eine Fachtagung für Angehörige und Multiplikatoren der Jüdischen Gemeinden zum Thema „Psychologische und medizinische Versorgung“ statt. Rund 40 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung teil, Betroffene, Angehörige von Menschen mit ASS, Sozialarbeiter, Betreuer sowie Ehrenamtliche aus jüdischen Gemeinden, die in ihrem Alltag Menschen mit einem autistischen Krankheitsbild betreuen. Dr. Christine Preißmann, selbst vom Asperger Autismus-Syndrom betroffen, gab den Teilnehmern einen Überblick über „Therapeutische Möglichkeiten bei ASS im Erwachsenenalter“. Maya Milim, Assistenzärztin einer Psychiatrischen Institutsambulanz im Klinikum Nürnberg Nord berichtete über Autismus, Begleit-Erkrankungen und Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung. In der anschließenden Gesprächsrunde zeigte sich die immense Wichtigkeit gerade dieses Themas für Angehörige.

Die Erwartungen und Wünsche an das Projekt waren sehr hoch gesteckt. Da die Erkrankungen im Rahmen des Autismus-Spektrums sehr umfangreich und vielfältig sind, wird das Inklusionsprojekt Gesher auch weiterhin Aufklärung und Information zu dieser Thematik anbieten. Erste Schritte in Richtung Vernetzung und Stärkung der Betroffenen wurden mit dem 3jährigen Projekt getan.

Svetlana Pustilnik, Dinah Kohan, ZWST

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