Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2 · Juni 2018

Fotos: Rafael Herlich

Musik, die aus der Seele kommt -
ZWST-Chorfestival anlässlich 70 Jahre Israel

Mit einem Festival der Chöre mit über 400 Teilnehmern hat die ZWST am 13. Mai den 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels und den Jom Jeruschalajim gefeiert. 20 Chöre aus 19 jüdischen Gemeinden im gesamten Bundesgebiet strömten seit dem frühen Sonntagvormittag in das Ignatz Bubis-Gemeindezentrum in Frankfurt/Main. Festlich gekleidet, die Frauen blaue oder türkisfarbene Schals um den Hals geschlungen, die Herren Fliegen in den gleichen Farben um den Hemdkragen gebunden, herrschte im Gemeindezentrum ein buntes Treiben, Wiedersehen mit Freunden und eine gespannte Erwartung, was die anderen Chöre wohl so bieten würden.

Bereits während des erfolgreichen Tanzfestivals im vergangenen Jahr gab es den Wunsch, auch für die zahlreichen Chöre, die in den letzten Jahren in den jüdischen Gemeinden entstanden sind, ein solches Treffen zu organisieren, sagte Ebi Lehrer, Präsident der ZWST, zur Begrüßung. Ein tolles Gefühl, zu wissen, wie viele Menschen hier heute zusammen kommen, um gemeinsam zu singen. In der jüdischen Religion habe das Singen eine besondere Tradition, betonte er, denn in den Gottesdiensten und zu allen Feiertagen singen wir und geben die Lieder von Generation zu Generation weiter. Welch eine schöne Koinzidenz, dass nur einen Tag zuvor die israelische Sängerin Netta den Eurovision Song Contest gewonnen habe. Mit unserem Festival wollen wir die Kultur des Singens weiter geben und fördern, schloss Ebi Lehrer und dankte der Leiterin des ZWST-Sozialreferates, Jutta Josepovici sowie Larissa Karwin, Mitarbeiterin des Sozialreferates und der Koordinatorin des Festivals, Ella Verenina, Chordirigentin aus Wuppertal.

Beni Bloch, Direktor der ZWST und Initiator des Chorfestivals, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass die ZWST zu Beginn der 90er Jahre mit Seminaren für Chorleiter den jetzt aktiven Chören einen integrativen und erfolgreichen Weg geebnet hat. Moishele Gerstein und sein Akkordeon dürfen an einem solchen Tag natürlich nicht fehlen. Schon vor Beginn des offiziellen Programms stimmte er mit seinem Shira bezibur auf den Tag ein und brachte selbstverständlich Tirza Hodes mit, die Grande Dame des israelischen Tanzes. Ob freudig oder traurig, einen Niggun - eine Melodie - gibt es für jeden Anlass, schloss sich Rabbiner Avichai Apel den Worten von Ebi Lehrer an, und vor allem: Ein Niggun hört nie auf, es gibt ihn für jeden Tag und für jeden Menschen. Und auch Jeruschalajim stellt, seit den Psalmen von König David, ein jahrtausendealtes Motiv dar, für das immer neue Texte und Melodien geschrieben werden.

Vor dem Auftritt der Chöre stimmte zunächst Yoni Rose, Kantor der jüdischen Gemeinde Frankfurt, einen stimmungsvollen Psalm an und danach das jiddische Lied von Sholom Secunda: „Es soll kommen die Geule.“ Dann aber folgte ein Auftritt dem anderen, und tatsächlich, kaum ein Chor ließ es sich nehmen, ein Lied über die Heilige Stadt Jerusalem anzustimmen.

Als Dank für die Teilnahme und für ihr Engagement für die jüdischen Gemeinden erhielten die Chöre eine Urkunde und sangen anschließend zusammen das seit dem Sechstagekrieg wohl bekannteste Lied über Jerusalem, das von Naomi Schemer gedichtete „Jeruschalajim schel zahav“, und zum Abschied die Hatikwa. Ein wohliges Gänsehautgefühl für alle!

Dr. Susanna Keval, Jüdische Gemeindezeitung Frankfurt/M.

 

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