Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2 · Juni 2018

Fortbildung für Sozialarbeiter

Mit Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster im Gespräch

Das erste Seminar der klassischen Fortbildungsreihe für Sozialarbeiter in diesem Jahr konnte gleich zu Beginn am 23. April mit einem Highlight aufwarten: dem Besuch von Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Die über 30 Teilnehmer aus jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland haben diesen erstmaligen Besuch eines Zentralratspräsidenten im Rahmen dieser Fortbildung entsprechend gewürdigt. Vor dem aktuellen Hintergrund ging es zunächst um die „Kippa-Demonstrationen“ in Berlin und anderen Städten sowie um die Problematik des neuen und alten Antisemitismus. Dr. Schuster äußerte sich dahingehend, dass er keinen Anlass zur Sorge um jüdisches Leben in Deutschland sieht, da die Politik zum Judentum steht. Er warnte vor islamfeindlichen Verlautbarungen der AfD, die so versucht, manche Juden zu instrumentalisieren und auf ihre Seite zu ziehen.

Im Fokus standen weiterhin soziale Themen, wie die russische Rente, der Wunsch nach einem weiteren Studiengang Jüdische Sozialarbeit und die Zukunft der vor allem kleineren jüdischen Gemeinden. Hier nahm Dr. Schuster die fortschreitende demographische Entwicklung in den Blick (Überalterung, Nachwuchsmangel) und sprach sich für eine verstärkte, regionale Zusammenarbeit und damit auch Synergieeffekte zwischen kleineren Gemeinden aus, wie z.B. gemeinsame Feste anlässlich jüdischer Feiertage. Alle waren angetan von einem lebendigen Austausch auf Augenhöhe, nicht selbstverständlich bei einem prominenten Gast mit einem mehr als vollen Terminkalender, der weiterhin hauptberuflich als Arzt in Würzburg praktiziert.

Jutta Josepovici, Leiterin des ZWST-Sozialreferates moderierte die Gesprächsrunde und hatte zuvor im Rahmen eines Runden Tisches über die Angebote der ZWST im kommenden Halbjahr informiert, wie z.B. ein Wochenende für alleinerziehende Eltern mit Kindern bis 14 Jahre und die Bar/Bat Mitzwa-Freizeit für Menschen mit Behinderung. Weiterhin wurde diskutiert, wie man mehr Familien mit einem behinderten Kind für die ZWST-Freizeiten, aber auch für die Teilnahme am Gemeindeleben begeistern kann. Auch appellierte Jutta Josepovici an die Teilnehmer, das Konzept der Bildungs- und Integrationsaufenthalte im Kurhotel Eden-Park den interessierten Senioren in den Gemeinden noch einmal zu verdeutlichen.

Weitere Programminhalte der 4-tägigen Fortbildung vom 23. bis 26. April: Dazu gehörten die täglichen Workshops mit Boris Bujanow, Sozialarbeiter aus der jüdischen Gemeinde Leipzig, zum „ABC der Sozialarbeit“. Wie ein roter Faden zog sich die Anwendung der vielschichtigen Sozialgesetzgebung durch das Seminarprogramm. Hier ist es auch für langjährige Sozialarbeiter unentbehrlich, sich kontinuierlich weiterzubilden und auf dem Laufenden zu bleiben. Sabine Strackharn vom Jüdischen Wohlfahrtsverband in Wuppertal informierte über die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung, die im Mai 2018 mit erheblichen Auswirkungen für alle Anwender in Kraft getreten ist. Weiterhin informierte sie über das Grundkonzept der lösungsorientierten Kurzzeitberatung. In diesem Zusammenhang verdeutlichte Florina Gendler, Psychologin in Dortmund, den Teilnehmern, wie wichtig der Selbstschutz und eine gewisse Distanz beim Umgang mit schwierigen Klienten sind, um nicht in die Nähe eines Burn-Out zu geraten.

Für eine Überraschung sorgten die engagierten Seminarleiter Anatoli Purnik und Ilya Rivin, als sie der Teilnehmerrunde einen ganz besonderen „Tatort“ präsentierten. Kein normaler Krimiabend - der Film „Im toten Winkel“ thematisiert auf gleichzeitig fesselnde und berührende Art und Weise das Thema Pflege und pflegende Angehörige. Dieses Abendprogramm sorgte für viel Anteilnahme und nicht enden wollende Diskussionen.

Am Ende zogen die Seminarleiter ein Fazit aus 5 Jahren Bundesfreiwilligendienst und verabschiedeten die Teilnehmer – bis zum nächsten Seminar vom 26.-29. November 2018.

HvB, ZWST

 

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