Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2 · Juli 2017

sozialreferat informiert

Neues aus dem Kurhotel Eden-Park im Jubiläumsjahr 2017

Seit 24 Jahren organisiert die ZWST Integrations- und Bildungsaufenthalte für die ältere Generation im Kurhotel Eden-Park im unterfränkischen Bad Kissingen. Um vor dem Hintergrund der Zuwanderung Anfang der 90er ihr Angebot für Senioren zu erweitern, eröffnete die ZWST 1993 das Eden-Park, bis heute das einzige koscher geführte, jüdische Hotel in Deutschland.

Wie in der aktuellen Mitgliederstatistik einmal mehr deutlich wurde, bleibt die zunehmende Überalterung in den jüdischen Gemeinden eine zentrale Tendenz. Über 45 % der Gemeindemitglieder sind über 60 Jahre alt. Aktivitäten für die Seniorengeneration sind daher einer der Schwerpunkte im Angebotsspektrum der ZWST. Im Jahr 2017 wurden bisher 10 Turnusse mit rund 500 Personen und zwei Betreuungsfreizeiten durchgeführt. In der 2. Jahreshälfte werden weitere 13 Turnusse stattfinden, darunter ein mehrtägiges Seminar im November für Leiter und Betreuer.

Jüdische Neschume

Viele Rückmeldungen verdeutlichen, dass die jüdische „Neschume“ (jiddisch: „Seele“) und das Gefühl einer familiären, jüdischen Gemeinschaft im Fokus der 2-wöchigen Turnusse steht. Die Programme kombinieren integrative Weiterbildung im Bereich Sprache, Kultur, Gesundheit und Politik mit gruppenpädagogischen Aktivitäten wie Tanz, Gesang, Theater, Ausflügen und Gesprächsrunden. Die Teilnehmer werden motiviert, eigene gruppendynamische Maßnahmen im Bereich sozialer Integration und Freizeitgestaltung zu organisieren und durchzuführen. Jüdische Feiertage und der Schabbat werden gemeinsam so begangen, dass sie den Senioren als ein intensives Erlebnis in Erinnerung bleiben. Kompetente Leiter, Betreuer und Referenten sowie das Team des Kurhotels Eden-Park sorgen dafür, dass alles „rund läuft“. Regelmäßige Fortbildungen für Leiter und Betreuer ermöglichen den erforderlichen Austausch und bieten Workshops und Vorträge zur Programmgestaltung und zu verschiedenen Aspekten der Seniorenarbeit.

Die Leiterin des ZWST-Sozialreferates, Jutta Josepovici, hat einige Neuerungen initiiert, die das „Gewand“, aber auch die Programmgestaltung des Eden-Park betreffen. Großformatige Fotografien in allen Stockwerken des Hauses vermitteln den Besuchern einen atmosphärischen Eindruck von der Vielfalt Israels. Eine weitere Bereicherung ist eine Dauerausstellung der Kunstateliers „Eastend“ und „Omanut“ mit Kunstwerken von Menschen mit Behinderung. Durch die Errichtung einer Rampe wird Rollstuhlfahrern der Zugang zum Haus erleichtert. Das hautnahe Erleben des Schabbat wird ergänzt durch gemeinsames Challa-Backen und das Erlernen von Smirot leSchabbat (Lieder zu Schabbat).

Jutta Josepovici bringt das Grundanliegen der Integrations- und Bildungsfreizeiten auf den Punkt. „Mir ist es ein wichtiges Anliegen, zu verdeutlichen, dass wir als jüdischer Wohlfahrtsverband keinen Erholungsurlaub im Eden-Park anbieten“, betont die Leiterin des ZWST-Sozialreferates. „Der ZWST ging es schon immer darum, Integration und Wissen mit Erholung, in einem koscheren und religiös geführten Haus, zu vereinen. Ein wesentlicher Aspekt liegt auf der Vermittlung von jüdischen, sozialen sowie kulturellen Themen, auch werden verschiedene Sprach- und Kreativkurse angeboten. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie aktiv am Programm teilnehmen. Freizeit, Ruhe und Erholung kommen dabei nicht zu kurz. Uns ist bewusst, dass hier ältere Migranten zu uns kommen, die viel hinter sich haben, ihr Judentum im Heimatland nicht frei und offen leben konnten und in Deutschland oft von Sozialhilfe abhängig sind.“

Bildungsaufenthalte für bestimmte Zielgruppen

Die ZWST organisiert seit einigen Jahren Bildungsaufenthalte für bestimmte Zielgruppen, wie z.B. für alteingesessene Gemeindemitglieder im Mai/Juni 2017, um unter anderem gemeinsam Schawu´ot zu begehen. Ein weiterer Turnus für Alteingesessene findet im August/Sept. 2017 statt, wobei hier die „jüngeren Senioren“ (60+) angesprochen werden sollen. In diesen 2 Wochen ist für die Teilnehmer die gezielte Ansprache emotional bedeutsam. Auch kommen hier Menschen zusammen, die sonst nicht mehr so leicht den Kontakt zueinander finden. Weitere Turnusse sind für Gruppen reserviert, aus bestimmten Gemeinden oder für Mitglieder des Frauenbundes.

HvB, ZWST

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