Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2 · Juli 2017

sozialreferat informiert

Nachbarschaftshilfe und niederschwellige Betreuung

Best-Practice-Beispiele für eine vernetzte Senioren- und Demenzarbeit in Würzburg

Ein wichtiges Aufgabengebiet der israelitischen Kultusgemeinde Würzburg ist die Unterstützung und Begleitung älterer Gemeindemitglieder. Trotz abnehmender Mobilität sollen sie in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben können und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. In dem 2003 gestarteten Projekt „Nachbarschaftshilfe“ unterstützen russisch sprechende, ehrenamtliche Helfer ihre Landsleute in ihren „4 Wänden“ und begleiten sie bei Bedarf zu Ämtern und Behörden. Dieser mittlerweile reguläre Hilfsdienst findet hohen Zuspruch. Seit Projektbeginn wird die Gemeinde von der Beratungsstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung der Stadt Würzburg fachlich begleitet und bei der Durchführung unterstützt. Auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Kostenträger, dem Fachbereich Soziales der Stadt Würzburg ist Voraussetzung, um dieses Angebot für bedürftige jüdische Menschen organisieren zu können.

Auch die Zahl der pflegebedürftigen und dementiell erkrankten Gemeindemitglieder steigt. Meist werden die Betroffenen von ihren Familienangehörigen rund um die Uhr gepflegt und betreut. Im Jahr 2009 initiierte die Gemeinde in Kooperation mit der Evangelischen Sozialstation ein niederschwelliges Betreuungsangebot für Menschen, die an Demenz erkrankt sind oder an einer psychischen Krankheit leiden und in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind. Die Angehörigen werden entlastet und der Betreute erfährt durch das Angebot, kombiniert mit einer gezielten Beschäftigung, eine Bereicherung seines Alltags. Je nach Grad der dementiellen Erkrankung und abhängig von der Tagesform wird die Betreuung angepasst.

Die Gemeinde stellt die freiwilligen Helfer aus der Personengruppe der jüdischen Zuwanderer sowie die Einsatzleitung zur Verfügung. Die fachliche Verantwortung liegt bei der Evangelischen Sozialstation. Des Weiteren stellt sie die notwendigen Anträge beim Sozialamt bzw. Pflegekasse und ist für Aufwandsentschädigung der Helfer zuständig.

Alle Helfer werden regelmäßig geschult, in Seminaren der Gemeinde in Kooperation mit der Evangelischen Sozialstation, Krankenkassen oder anderen Verbänden sowie in Fortbildungen der ZWST.

Ohne die Kooperation mit der Evangelischen Sozialstation könnte die Gemeinde dieses Betreuungsangebot für die betroffenen jüdischen Menschen nicht organisieren. „Wir empfehlen auch anderen jüdischen Gemeinden, auf soziale Einrichtungen zuzugehen und gemeinsame Projekte für Gemeindemitglieder zu organisieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kooperationen auch von Seiten anderer Verbände gewünscht und begrüßt werden. Gerne gebe ich unsere Erfahrungen über die Einrichtung von Netzwerkprojekten in der Senioren- und Demenzarbeit an interessierte Gemeinden weiter.“

Erika Frank, IKG Würzburg

Kontakt:

IKG Würzburg

Valentin-Becker-Str. 11

97072 Würzburg

T.: 0931 / 40 41 422

frank-shalomeuropa@gmx.de

Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Kommentare, auch Ihre Fragen zum Artikel:

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Formular empfangen.

Herausgeber.:

ZWST, Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/M.
Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17
www.zwst.org

Redaktion und Satz:

Heike von Bassewitz
069 / 944371- 21
oeffentlichkeitsarbeit@zwst.org

Gestaltung:

Andrej Kulakowski

www.a-kulakowski.de

design@a-kulakowski.de