Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2 · Juli 2017

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ZWST veröffentlicht Mitgliederstatistik für das Jahr 2016 – Weiterhin leichter Rückgang

Wie jedes Jahr veröffentlicht die ZWST eine Statistik der in den jüdischen Gemeinden und Landesverbänden registrierten Mitglieder. Die ZWST greift dabei auf die Daten ihrer insgesamt 105 Mitgliedsgemeinden zurück (17 Landesverbände und 7 selbstständige Gemeinden). Da nicht alle in Deutschland lebenden Juden Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind, erhebt die Analyse keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist aber repräsentativ und spiegelt die demographischen Tendenzen der jüdischen Bevölkerung wieder. Die Datenerhebung ist die einzige dieser Art in Deutschland.

Ab- und Zugänge: Seit dem Jahr 2008 sind die Mitgliederzahlen kontinuierlich rückläufig, bedingt in erster Linie durch den demografischen Wandel. Mit aktuell 98.594 registrierten Mitgliedern ist ein Rückgang von rund 1000 Personen gegenüber dem Jahr 2015 zu verzeichnen. Eine zentrale Tendenz bleibt die zunehmende Überalterung der jüdischen Bevölkerung (47 %, 2014: 45%), größter Posten unter den Abgängen sind die Todesfälle (mit rund 1500 Personen ähnlich wie im Jahr 2015).

Der Anteil der Gemeindeaustritte bleibt weiterhin überschaubar und hat gegenüber den letzten Jahren leicht abgenommen.

Dem kontinuierlichen Rückgang stehen folgende Zugänge gegenüber: Die Zugänge aus anderen Gemeinden werden dicht gefolgt von Zugängen aus dem Ausland, mit über 400 Personen im Jahr 2016 mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Mit knapp 100 Übertritten zum Judentum ist ein Anstieg zu verzeichnen, die höchste Zahl seit Beginn dieser Statistik im Jahr 1990. Die Geburtenrate ist seit 2011 kontinuierlich ansteigend.

Zukünftige Anforderungen

Was folgt für die Arbeit der ZWST aus dem demographischen Wandel? Ein Schwerpunkt wird auch zukünftig die Organisation von attraktiven und zielgerechten Angeboten für die älteren Gemeindemitglieder sein bzw. die Unterstützung der Seniorenarbeit in den Gemeinden. Mit spezifischen Fortbildungen, wie z.B. den zertifizierten Schulungen für Demenzbegleiter, gibt die ZWST eine Antwort auf die Auswirkungen der zunehmenden Überalterung. Mit ihrem im Jahr 2014 gegründeten „Zukunftsforum Altenpflege“ hat die ZWST eine Möglichkeit geschaffen, den Fachaustausch von Führungskräften jüdischer Senioreneinrichtungen zu intensivieren, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen und gemeinsame Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Gleichzeitig gebührt vielen Senioren ein großer Dank für ihr breites ehrenamtliches Engagement in den Seniorenklubs, Treffpunkten für Holocaustüberlebende, Bikkur Cholim-Gruppen u.v.a.m. – eine unentbehrliche Säule in der jüdischen Gemeindelandschaft.

Die ZWST appelliert an die Gemeindevorstände und Führungskräfte, allen Gemeindemitgliedern das Dach einer Einheitsgemeinde zu bieten, die für alle Strömungen Platz hat. Das bedeutet auch, Synergien zu finden und vorhandene Potenziale in Zeiten knapper Ressourcen gemeinsam besser zu nutzen. Gerade dies auch aufgrund der aktuellen Anforderungen an eine Seniorenarbeit, die der Überalterung Rechnung trägt und an eine aktive Jugendarbeit mit Blick auf Zukunftsperspektiven. Hier bekommen die Nachwuchsförderung und attraktive Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene ein immer stärkeres Gewicht – sie bilden die Zukunft einer stabilen und innovativen jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

HvB, ZWST

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