ZWST Informiert: Projekt Perspektivwechsel Plus

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 2 · Juni 2015

Auftaktkonferenz des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ in Berlin mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, 3.v.re.: Aron Schuster, stellv. Direktor der ZWST    Foto: Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

„Perspektivwechsel Plus“

Präventive Bildungsarbeit der ZWST gegen Antisemitismus und Rassismus

Ein wichtiges Anliegen der ZWST ist seit vielen Jahren die präventive Bildungsarbeit gegen Antisemitismus sowie die Stärkung der Demokratie und Vielfalt. Hierfür setzt die ZWST auf Entwicklung und Verstetigung diversitätsorientierter Bildungs- und Beratungsarbeit mit dem Schwerpunkt der Rassismus- und Antisemitismusprävention.

Vor diesem Hintergrund startete die ZWST im Januar 2015 das neue Projekt „Perspektivwechsel Plus“ (Gesamtförderzeitraum 2015-2019). Es wird gefördert durch das neue Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sowie das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“. In der Trägerschaft der ZWST wird das Projekt ausschließlich im Freistaat Thüringen umgesetzt.

„Perspektivwechsel Plus“ basiert auf den Erfahrungen und Expertisen seines Vorgängerprojekts, „Perspektivwechsel“ (2007-2014). Auch das neue Modellprojekt befasst sich mit aktuellen Herausforderungen der Migrationsgesellschaft sowie den daraus erwachsenen Fragestellungen und Handlungsperspektiven.

Perspektivwechsel Plus

will eine Auseinandersetzung mit Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) – insbesondere Rassismus und Antisemitismus – anregen sowie Kritik an diskriminierenden Praktiken und Strukturen vorantreiben.

richtet sich überwiegend an Multiplikatoren der gesellschaftspolitisch orientierten Bildungs- und Sozialarbeit sowie an Polizei und Verwaltung. Die Erschließung neuer Zielgruppen sowie Qualifizierung der Fachkräfte gehören zu den vorrangigen Projektzielen. Ein wichtiges Anliegen besteht darin, Fachexpertisen und Netzwerke zu etablieren, die über den Projektzeitraum hinaus ihre Wirkung entfalten.

bildet eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis, es schafft Raum für Reflexion, Wissenstransfer und Entwicklung von tragfähigen Kompetenzprofilen sowohl für Einzelne als auch für Organisationen.

bietet ein breitgefächertes Bildungsangebot. Dazu gehören eintägige Workshops und Fachveranstaltungen, doch der Schwerpunkt liegt auf langfristig angelegten Kooperationen und nachhaltigen Bildungsprogrammen mit curricularem Durchführungsformat. Es unterstützt und begleitet Professionalisierungsprozesse im Rahmen von Coaching und Fachberatung.

„Wir sehen unser Projekt in erster Linie als ein Angebot zur Selbstreflexion. Die Auseinandersetzung mit Diversität und Diskriminierung sollte individuelle Veränderungen unterstützen, aber auch praktische und institutionelle Auswirkungen zu Folge haben. Diskriminierungskritische Perspektiven können angeeignet, trainiert und vermittelt werden. Hierfür brauchen wir zunächst ein Bewusstsein dafür, dass es nicht ohne die Irritation und Neuordnung der persönlichen Standards gelingen kann“.  (Projektteam)

Das Projekt fokussiert alle Formen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) in ihren historischen und aktuellen Dimensionen. Seine Schwerpunkte sind die Rassismus- und Antisemitismusprävention sowie Stärkung der Vielfalt und Diversität. Dazu gehört vor allem die Bereitschaft zu Reflexion und Perspektivwechsel im Hinblick auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten der in Deutschland lebenden Menschen sowie das Wissen um die ausgrenzenden und diskriminierenden Zuordnungen, die viele Gruppen in Deutschland immer noch betreffen. Dies ist umso bedeutsamer in einer Migrationsgesellschaft, die gerade um dieses Selbstverständnis ringt und wo Fragen von Zugehörigkeit, Anerkennung und Teilhabe auf der Tagesordnung stehen.

Der projekteigene Ansatz – das Dialogische Reflexionsmodell – unterstützt die Projektziele in ihrer methodisch-didaktischen Umsetzung. Der Ansatz zeichnet sich durch hohe Prozessorientierung aus, setzt an biografischen sowie gesellschaftlichen Positionierungen der Teilnehmenden an und macht sie zum Gegenstand der gruppendynamischen Lern- und Veränderungsprozesse. Der Ansatz verbindet die politische Bildungsarbeit mit Coaching und Fachberatung und bietet ausreichend Raum für die Entwicklung eigener Fragestellungen sowie Einübung von praxiswirksamen Handlungsstrategien.

2015 setzt das Projekt seine reguläre Arbeit fort. Es führt Workshops und Seminare durch, baut neue Kooperationen auf und veranstaltet Fachtagungen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien sowie die langjährige Kooperation mit der Sparkasse-Finanzgruppe Hessen-Thüringen wird im Rahmen des neuen Projekts fortgesetzt. Geplant sind u.a. neue Kooperationen mit der Thüringer Stabstelle für Polizeiliche Extremismusprävention, den Stadtverwaltungen Erfurt und Suhl sowie den Landkreisen Meiningen und Saalfeld Rudolstadt. Die diesjährige Fachtagung lädt alle Interessierten am 11. und 12. November 2015 nach Neudietendorf bei Erfurt ein, nähere Informationen, Anmeldung und Programm werden rechtzeitig veröffentlicht.

Marina Chernivksy, Projektleitung

 

Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Kommentare, auch Ihre Fragen zum Artikel:

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Formular empfangen.

Herausgeber.:

ZWST, Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/M.
Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17
www.zwst.org

Redaktion und Satz:

Heike von Bassewitz
069 / 944371- 21
bassewitz@zwst.org

Gestaltung:

Andrej Kulakowski

www.a-kulakowski.de

design@a-kulakowski.de