Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2018

Beratungsansätze, Resilienz und Selbstfürsorge

Theorie und Praxis der psychosozialen Beratung und Versorgung

Aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs nach einer qualifizierten psychosozialen Beratung durch die Sozialarbeiter der jüdischen Gemeinden hat das Sozialreferat der ZWST im Februar 2018 seine Fortbildungsreihe zum Thema „Psychosoziale Versorgung und Krisenintervention“ fortgesetzt. Die seit 2004 angebotene Seminarreihe, geleitet von Graziella Gubinsky, richtet sich in erster Linie an hauptamtliche Sozialarbeiter und Sozialbetreuer der jüdischen Gemeinden und findet eine hohe, positive Resonanz. Vor diesem Hintergrund hat die ZWST ein Einführungsseminar für neue Interessenten durchgeführt, die an dieser Fortbildung noch nicht teilgenommen haben.

In den letzten Jahren standen spezifische Themen auf der Tagesordnung, wie z.B. „Familiäre Probleme bei Trennung und Scheidung“ oder „Umgang mit psychischen Problemen im Alter“. In der Fortbildung vom 19. bis 22. Februar wurden theoretische Grundlagen vermittelt sowie praxisnahe Methodenpools für die psychosoziale Versorgung, Krisenintervention und Selbstfürsorge erarbeitet. Gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Psychologie, Sozialarbeit und Judentum kam es zu wertvollen Lern- und Austauschprozessen. Die hochqualifizierten Referenten eröffneten neue Perspektiven auf das Berufsfeld und konnten mit ihrer Expertise den Teilnehmern interessante Impulse und neues Wissen mit auf den Weg geben. Dazu gehörten Ionka Senger (Diplom-Soziologin und Coach), Dr. Isabella Helmreich  (Dipl.-Psychologin), Shlomo Raskin (Jüdisches Altenzentrum Frankfurt), Jan Umsonst (Chi Gong-Lehrer) und nicht zuletzt: Prof. Dr. Rainer Hess (FH Frankfurt/M.), der diese Fortbildung von Anfang an begleitet hat. Neben unterschiedlichen Beratungsansätzen wurde das Thema Stress behandelt. Dazu gehörten Stressbewältigungstechniken und Selbstreflexion zur Vermeidung von Erschöpfungszuständen und Burnout. Das Zusatzangebot Chi Gong bot hierzu passend einen Einblick in Atem-, Konzentrations- und Meditationsübungen, sie bieten Entspannung und Auflockerung für Geist und Körper.

Die Teilnehmer haben sich mit den Spezifika der Arbeit mit russisch-jüdischen Migranten, Holocaust-Überlebenden und deren Angehörigen auseinandergesetzt und konkrete Fälle aus ihrem Arbeitsalltag diskutiert. Das Seminar bot hierfür einen professionellen Rahmen und blieb gleichzeitig praxisnah. Ein großer Dank geht an Graziella Gubinsky für ihre kompetente Seminarleitung und ein gut ausbalanciertes Seminarprogramm.

Lea Greis, Teilnehmerin (Studentin u. ehem. Praktikantin im ZWST-Treffpunkt für Holocaustüberlebende)

 

 

„Für mich war das Seminar in Bad Sobernheim eine wichtige Ergänzung zu meinem theoretischen und praktischen Wissen im Bereich psychosoziale Versorgung. Der Austausch mit Kollegen aus ganz Deutschland und die Beiträge der Experten haben mir viel geben können. Auch wenn es zwischenzeitlich etwas viel Theorie war, gab es doch immer die Möglichkeit, einen Bezug zum eigenen Arbeitsfeld herzustellen. Durch das abwechslungsreich organisierte Seminar mit Chi Gong, Filmabend, Vorträgen, Workshops, Diskussionen und Spaziergängen in der Umgebung entstand ein tolles Arbeits- und Gruppenklima. Besonders interessant war für mich ein Einblick in das Thema Resilienz durch eine Referentin des Deutschen Resilienz Zentrums (Uniklinik Mainz) sowie das Thema der Selbstfürsorge. Wir alle haben gemerkt, wie wichtig solche Austausche und Fortbildungen für ein erfolgreiches und ausgewogenes Berufsleben sind, gerade im Bereich der Sozialen Arbeit. Am Ende des Seminars waren wir uns einig, dass ein weiteres Seminar dieser Art eine sinnvolle und gute Fortführung wäre.“

Elena Chikanova, Wohlfahrtsverband der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal

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