Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2018

Treffen der Migrationsberater der ZWST in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf

li.: Günter Jek, MBE-Koordinator, re.: Gal Rachman, Field Manager von IsraAID Deutschland

Erstes Jahrestreffen der Migrationsberater

Fachlicher Input, Erfahrungsaustausch und ein Ausblick auf die kommende Legislaturperiode

Das erste Treffen der MigrationsberaterInnen der ZWST in diesem Jahr fand am 08. Februar in den Räumen der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf statt. Hier eröffnete in diesem Jahr die jüngste Beratungsstelle der ZWST, ein guter Grund, sich dort zu treffen und die neuen Räume und Kollegen kennen zu lernen. Diana Lakir (33), seit Jahresbeginn neue Migrationsberaterin in Düsseldorf, hat 2011 an der FH Bochum ihren Bachelor in Sozialer Arbeit gemacht und im Pflegedienst gearbeitet. Ihre Migrationsberatung findet an drei Standorten der Gemeinde statt: in der Sozialabteilung, in der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit („Sabra“) und in der Sprachschule „StudyOn.“ Mittlerweile sind 15 Kollegen, verteilt auf 16 Standorte in unterschiedlichen Voll- und Teilzeittätigkeiten für die Migrationsberatung tätig, die die ZWST im Auftrag des Bundesministeriums des Inneren durchführt.

Nach einer Begrüßung durch den Verwaltungsdirektor der Gemeinde, Michael Szentei-Heise stand zunächst die Auswertung der Arbeit des vergangenen Jahres im Mittelpunkt. Die Teilnehmer analysierten die unterschiedlichen Herkunftsregionen und Probleme der Ratsuchenden, Veränderungen und Kontinuitäten aus den vorherigen Jahren und die Auswirkungen auf ihre Beratungsinhalte. So ist zum Beispiel in NRW neben der russischsprachigen Klientel eine gesteigerte Nachfrage nach Hilfe von Geflüchteten aus Syrien zu verzeichnen, während an anderen Standorten Menschen aus Südosteuropa verstärkt Hilfsangebote der MBE wahrnehmen. Die Unterstützungswünsche bestehen vorwiegend in den Bereichen Zugang zu Integrationssprachkursen, Arbeitsaufnahme und Wohnungssuche. Hier bestehen deutliche Parallelen zu den Bedürfnissen der Kontingentflüchtlinge aus der Anfangszeit der Zuwanderung. Diese Erfahrungen können von den Migrationsberatern der ZWST erfolgreich für ihre Tätigkeit genutzt werden. Der Auswertung folgte ein fachlicher Austausch aller Teilnehmer, Informationen zum Controllingsystem des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie Ausblicke und Erwartungen an die künftige Legislaturperiode durch den Koordinator der Migrationsberatung der ZWST, Günter Jek.

Für das Treffen sehr bereichernd war die Teilnahme des Field Managers von IsraAID Deutschland, Gal Rachman. Seit 2016 kooperiert die ZWST mit IsraAID im Rahmen der Flüchtlingshilfe in Deutschland und über ihre Mitgliedschaft im Hilfebündnis „Aktion Deutschland Hilft“ auf internationaler Ebene. IsraAID ist eine im Jahr 2001 in Tel Aviv gegründete, nicht-staatliche Non-Profit-Hilfsorganisation zur Förderung von lebensrettender Katastrophenhilfe und langfristiger humanitärer, psychologischer und psychosozialer Unterstützung in Krisengebieten. Die israelische Organisation hat Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe weltweit und bietet spezielle Trainings im Bereich Mental Health and Psycho-Social Services (MHPSS) für Fachkräfte im sozialen und medizinischen Sektor an.

Gal Rachman gab einen Input zur Situation von geflüchteten Menschen in Deutschland und zur Arbeit mit traumatisierten Menschen. Er skizzierte die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Problemlagen im Vergleich zur Situation der jüdischen Kontingentflüchtlinge. Ein Filmbeitrag zum Engagement von IsraAID in Griechenland veranschaulichte die Arbeit der Hilfsorganisation.

Nach einer angeregten Diskussion zu Inhalten und Prioritäten der Beratungsarbeit und anstehendem Weiterbildungsbedarf endete die Veranstaltung. Eine Fortsetzung ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

Günter Jek, Leiter ZWST Berlin, Koordinator MBE

 

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