Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2018

Jugendkongress „70 Jahre Israel“

Der jüdische Staat feiert 2018 sein 70. Gründungsjubiläum. Diesen runden Geburtstag nahm sich die ZWST mit Unterstützung durch den Zentralrat der Juden zum Anlass, nach zehn Jahren den Jugendkongress erstmals wieder in Israel zu veranstalten. Es sollte aber eben nicht eine „Reise nach Jerusalem“ oder an den Strand nach Tel Aviv werden. Direktor Beni Bloch war es ein besonderes Anliegen, jungen jüdischen Erwachsenen die Seiten Israels zu zeigen, die sie bei Taglit oder im Urlaub nicht erleben könnten.

Teils Konferenz, teils Rundreise, ließ bereits der erste Tag in Jerusalem wenig Verschnaufpause. Die 220 Teilnehmenden, aufgeteilt in vier Gruppen, besuchten die Shoah-Gedenkstätte Yad VaShem, den Sitz des Staatspräsidenten, den berühmten Machane Yehuda Markt und die Jerusalemer Altstadt. Mittags trafen sich alle zu Gesprächen mit den Knesset-Abgeordneten Dr. Anat Berko und Eli Alaluf. Auch in Israel sollten auf dem Jugendkongress vor allem Themen eine Rolle spielen, die die Teilnehmenden in ihrem Alltag betreffen. Bei der Podiumsdiskussion am Abend diskutierten die aktiven Studierenden Naomi Ellenbogen und Ron Sobol, der Sonderbeauftragte des Auswärtigen Amtes für jüdische Organisationen und Antisemitismusfragen Botschafter Dr. Felix Klein und Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster mit ZWST-Mitarbeiterin Laura Cazés über Herausforderungen und Chancen in der Antisemitismusbekämpfung.

Der kommende Tag führte die Gruppe in die Negevwüste zu den Armeestützpunkten Shisafon und Sayarim. Überraschend waren für viele Teilnehmenden vor allem die persönlichen Einblicke in den Militärdienst, die die jungen Soldaten ihnen gewährten. Der Moralkodex um die Bemühungen der israelischen Streitkräfte, im Kriegseinsatz stets so human wie möglich zu handeln und der damit einhergehende Druck, der auf den jungen Menschen lastet, hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Tag drei verbrachten die Teilnehmenden in den Golanhöhen. Eine abenteuerliche Jeeptour führte sie bis an die syrische Grenze, die anschließende Weinverkostung beschrieben viele als eines der Highlights. Anschließend begrüßte der Vorsitzende der drusisch-zionistischen Vereinigung Yussuf Nassr-Addin die Teilnehmenden zum Mittagessen. Zurück in Ramat Gan leitete die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) einen Late Night Workshop zum Thema „Lokal bis global – wie sich jüdische Studierende politisch engagieren können“, zu dem auch die Vorsitzende der World Union of Jewish Students Avigayil Benstein zu Gast war.

Den Donnerstag verbrachte die Gruppe zunächst am IDC Herzliyah, wo sie vom Vize-Präsidenten Jonathan Davis zunächst begrüßt und im Anschluss von deutschen Studierenden über den Campus geführt wurden. Vor allem die Vorstellung des Projektes Act.IL, das von Studierenden der Universität entwickelt wurde und sich die Online-Bekämpfung antiisraelischer Kampagnen zum Ziel gesetzt hat, stieß auf besonderes Interesse. Den Nachmittag verbrachten die Teilnehmenden in der Start Up- und Hightech-Szene Tel Avivs.

Das Wochenende drehte sich um den Schabbat, den alle gemeinsam im Hotel in Ramat Gan verbrachten. Wie auch generell auf dem Jugendkongress wurde der Schabbat mit interessanten Workshops und Vorträgen gefüllt. Unter den Referenten fanden sich Olga Deutsch (Direktorin des Europe Desk von NGO Monitor), Sivan Rahav-Meir (Journalistin und Nachrichtensprecherin), Grisha Alroi-Arloser (Geschäftsführer der deutsch-israelischen Industrie- und Handelskammer), Steven Schmerz (Leiter der Repräsentanz der bayrischen Staatskanzlei in Israel). Die G’ttesdienste und die Havdala wurden wie immer großartig von Mafteach Soul begleitet.

Den krönenden Abschluss des JUKO18 bildete die Abschlussparty, die durch eine ganz besondere Überraschung gekrönt wurde: Konstantin Shuxtelinski machte seiner langjährigen Freundin Susi Schneider vor allen Feiergästen einen Heiratsantrag! Beide sind schon seit ihrer Kindheit und heute auch noch eng mit der Jugendarbeit der ZWST verbunden und lernten sich 2012 auf einem Machane der ZWST kennen. Die Verlobung auf dem Juko sei, so Konstantin „auch ein Dank an die ZWST, ohne die es diese Beziehung garnicht geben würde.“ Die Teilnehmenden waren begeistert und feierten, bis der erste Bus zum Flughafen fuhr. Eine ereignisreiche Woche, in der die Teilnehmer die Gelegenheit hatten, Israel mal anders und aus vielfältigen Perspektiven zu erleben.

Laura Cazés, ZWST, Fotos: Robert Poticha

 

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