Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2018

Eine Ausstellung auf Wanderschaft

Die von der ZWST anlässlich ihres 100jährigen Jubiläums im vergangenen Jahr organisierte Wanderausstellung zu prägenden Persönlichkeiten findet auch im Jahr 2018 großes Interesse.

Der erste Ausstellungsort in diesem Jahr war vom 25.01. bis 02.02. der Hessische Landtag in Wiesbaden, anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar. In einer Gedenkstunde am 29. Januar betonte Dr. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates: „In Deutschland hat sich über die Jahrzehnte eine beeindruckende Erinnerungskultur herausgebildet. Es gilt, Errungenschaften dieser Kultur zu bewahren und zugleich neue Wege zu beschreiten. Auschwitz als eigene Geschichte zu begreifen. Sich als Teil der Verantwortungsgemeinschaft zu sehen – das muss in Deutschland unser Ziel für die nachfolgenden Generationen bleiben, egal wo die familiären Wurzeln liegen.“

Die von Prof. Dr. Sabine Hering konzipierte Ausstellung ist Bestandteil dieser Erinnerungskultur. Sie wurde anschließend im Februar/März für rund einen Monat in der Synagogengemeinde Köln gezeigt. Sie ermöglicht durch einen Rückblick auf 100 Jahre ZWST im Spiegel von 33 Biographien den Blick auf Personen und Ereignisse, die vielen bisher unbekannt waren. Die Banner veranschaulichen auf eindrucksvolle Weise die soziale Arbeit der ZWST auf der Basis der fachlichen und sozialpolitischen Kompetenz der Protagonisten. Sabine Hering, die sowohl im Rahmen der Gedenkfeier im Hessischen Landtag als auch bei einer festlichen Veranstaltung am 15. Februar in Köln in die Ausstellung einführte, betonte in ihrem Vortrag: „Das Spektrum an Mentalitäten, an Begabungen und an Visionen beeindruckt ebenso wie die Tatkraft und die Zielstrebigkeit, mit der sie die Ideen einer Modernisierung und Professionalisierung jüdischer Wohlfahrt umgesetzt und die vielfältigen Herausforderungen angenommen haben.“

In der Synagogengemeinde Köln war die Ausstellung in die regionalen Bezüge der Gemeinde eingebunden. Der Kölner Bürgermeister Andreas Wolter betonte ausdrücklich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde bei der Gestaltung des kulturellen und sozialen Lebens in der Stadt. Ebi Lehrer, Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde Köln, Präsident der ZWST und Vizepräsident des Zentralrats, bedankte sich in seiner Rede für die umfangreichen Forschungsarbeiten und deren gelungene Darstellung, welche die Ausstellung auszeichnen würden. Chana Bennett, die Organisatorin der Veranstaltung hob das besondere Interesse auch des nicht-jüdischen Publikums hervor.

Es gab Nachfragen zu den vielfältigen Themenfeldern der Ausstellung: z.B. zu der nur wenig bekannten Geschichte der jüdischen Logen, zu der Bedeutung der ZWST im Spektrum der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und zu einzelnen Persönlichkeiten. Hier in erster Linie die allzu sehr in Vergessenheit geratene Jeanette Wolff, die in den ersten Jahren nach der Wiedergründung der ZWST die langjährige Vorsitzende des Vorstands war und wesentlich dazu beigetragen hat, dass aus dem ‚ein-Mann-Betrieb‘ wieder eine flächendeckende qualifizierte Wohlfahrtsorganisation wurde.

Auch weitere jüdische Gemeinden haben bereits ihr Interesse an der Ausstellung angemeldet. Sie wird also weiter durchs Land ziehen und überall daran erinnern, dass die ZWST zwar die kleinste der Wohlfahrtsorganisationen ist, aber aufgrund der Strahlkraft ihrer Gallionsfiguren in der Vergangenheit wie in der Gegenwart eine Vorreiterrolle in der Modernisierung und Professionalisierung Sozialer Arbeit einnimmt.

Sabine Hering, HvB, ZWST, Fotos: Natalja Marschan, Synagogengemeinde Köln, Stefan Krutsch, Hessischer Landtag, Kanzlei

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