Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2017

Inklusionsprojekt Gesher informiert

Fachinfos und Best-Practice-Beispiele zum Thema Depression

Vom 22. bis 23. Januar 2017 organisierte die ZWST im jüdischen Gemeindezentrum Frankfurt am Main eine Fachtagung zum Schwerpunktthema „Depression“. Die Tagung des Inklusionsprojektes Gesher verfolgte zwei Ziele: Fachinformationen über das Krankheitsbild und medizinische Behandlungsmöglichkeiten der Depression zu vermitteln, sowie „best practice“ Beispiele aus der Projektarbeit zur Gründung von Selbsthilfegruppen für psychisch Erkrankte in jüdischen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen-Anhalt vorzustellen.

Rund 70 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet waren der Einladung nach Frankfurt am Main gefolgt, etwa die Hälfte davon von einer psychischen Erkrankung Betroffene oder deren Angehörige, die andere Hälfte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus jüdischen Gemeinden, die ihn ihrer täglichen Arbeit häufig mit an Depression erkrankten Menschen umgehen.

Ein Fazit der Tagung lautete, dass das Sprechen über psychische Erkrankungen in jüdischen Gemeinden zunächst mit Abwehr verbunden ist.  Wenn es gelingt, diese Hürden zu überwinden, entsteht jedoch ein großer Gewinn für Betroffene, Angehörige und Sozialarbeiter. Depression ist eine Volkskrankheit mit einer Prävalenz von 10% in der Gesamtbevölkerung. In jüdischen Gemeinden kommen Risikofaktoren hinzu, die eine noch höhere Erkrankungsrate vermuten lassen: Traumatisierungen von Shoah-Überlebenden der ersten, zweiten und dritten Generation; Erfahrungen von Migration und Heimatverlust. Selbsthilfe-Gruppen können einen wichtigen Baustein zur Prävention psychischer Erkrankungen leisten. Auch die Supervision von Mitarbeitern der Sozialabteilungen kann helfen, die eigenen Möglicheiten und Grenzen im Umgang mit depressiv Erkrankten zu erkennen und zu wahren.

Selbsthilfegruppen zur Förderung der psychischen Gesundheit gibt es zur Zeit in Nordrhein-Westfalen in den jüdischen Gemeinden in Düsseldorf, Bonn, Duisburg, Essen, Recklinghausen und Oberhausen, in der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg (Bayern) sowie in den Jüdischen Gemeinden in Magdeburg, Dessau und Halle (Sachsen-Anhalt).

Weitere Informationen zum Schwerpunktthema Depression und psychische Gesundheit und der Gründung von Selbsthilfegruppen stellt das Projekt Gesher zur Verfügung. Info und Kontakt: jugendprojekt@zwst.org

Wiebke Rasumny, ZWST Inklusionsprojekt Gesher

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