Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2017

Jugendreferat informiert

Deutsch-Israelischer Freiwilligendienst - Austausch, Alltag, Lebenserfahrung

Der DIFD wurde 2015 als Kooperationsprojekt zwischen der deutschen und israelischen Regierung ins Leben gerufen. Das Projekt soll jungen Deutschen und Israelis die Möglichkeit geben, einen bis zu einjährigen Freiwilligendienst im jeweiligen Partnerland zu absolvieren. Und die Nachfrage steigt: Im dritten Jahr des DIFD werden voraussichtlich 20 Freiwillige in beide Richtungen entsendet.

Israelische Freiwillige in Deutschland kommen aus verschiedensten Kontexten und erleben das Land jeden Tag neu. Ob in Schulen, Jugendbildungsstätten, Kindergärten, Altenzentren oder in der Flüchtlingshilfe: Der Austausch mit dem unmittelbaren Umfeld, das man ein Jahr lang mitgestaltet, verändert die persönliche und professionelle Perspektive der Freiwilligen. Bei einer Veranstaltung der Dortmunder Auslandsgesellschaft „Israel begegnen“ im Januar 2017 hatten zwei der israelischen Freiwilligen Lior und Eyal die Möglichkeit, Schulklassen des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – NRW“ aus ihrem Alltag zu berichten. In der Ansprache begrüßte der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Freiwilligen und hob die Bedeutung einer weiteren Vernetzung auf zivilgesellschaftlicher Ebene zwischen Israel und Deutschland hervor.

Auch die deutschen Freiwilligen in Israel, die sich nach ihrem Abitur in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung engagieren, haben viel zu erzählen: Bei ihrem vergangenen Besuch in Israel im März 2017 nutzten die Projektkoordinatorin Laura Cazes und der stellv. Direktor der ZWST, Aron Schuster die Gelegenheit des Austausches.

Was unterscheidet einen Freiwilligendienst von einem Urlaub in Israel?

Ephraim: „Israel kann man innerhalb eines Zwei-Wochen-Urlaubs von Norden nach Süden sehen. Aber um die Vielschichtigkeit dieses Landes zu begreifen, braucht man einfach mehr Zeit. Und das ist das eigentlich Großartige.“

Was würdet ihr anderen jungen Menschen raten, die überlegen, einen solchen Dienst anzutreten?

Fia: „Einfach machen. Wir könnten jetzt viel über unsere Erfahrungen sprechen, von denen natürlich nicht alles immer einfach ist. Einige Erzählungen könnten Interessierte im ersten Moment sogar abschrecken. Für uns ist es aber das eigentlich Spannende. Man geht mit Eindrücken aus dieser Zeit, die für Außenstehende nur schwer erklärbar sind. Und man wächst an ihnen.“

Anabel: „Ich hatte vor meinem Freiwilligendienst unheimlichen Respekt vor der Vorstellung, mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Mit der Zeit verschwindet diese Hemmschwelle. Was bleibt, ist der Bezug zum Menschen, mit dem man arbeitet.“

Constantin: „Gleichzeitig gewinnt man einen ganz anderen Respekt vor dem Leben.“

Neben dem Dienst darf das Freizeitprogramm nicht fehlen. Roman und Ephraim landeten bei einem Ausflug nach Jerusalem auf einem Festival: „Da haben Ultraorthodoxe zu arabischer Musik getanzt und gefeiert. Das war total abgefahren!“

Apollonia leistet ihren Dienst im Ruhama Institute in Kfar Saba, einer Einrichtung für geistig und körperlich schwer behinderte Menschen jeden Alters. Hier einige Momentaufnahmen ihrer Eindrücke:

„Ich höre euch zu, auch wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Ich möchte Teil eurer Welt sein und euch nicht aus der meinen ausschließen, nur weil es euch schwerer fällt Teil von ihr zu sein. Ich akzeptiere eure Schwächen genauso wie ich überwältigt bin von euren Stärken. Ich versuche zu lernen, wann ihr mich braucht und wann ihr einfach nur alleine sein wollt. Ich versuche, Euch nicht mit übertriebener Vorsicht zu behandeln, denn ihr seid stärker als wir denken und habt euren Willen. Euer Lachen schenkt mir Kraft, euer Seufzen und Leiden kann sie mir nicht mehr nehmen.“

Laura Cazés

Kontakt:

Laura Cazés, Projektkoordinatorin,

T.: 069 / 944 371-33, cazes@zwst.org

 

www.zwst-difd.de

Schicken Sie uns Ihre Anregungen und Kommentare, auch Ihre Fragen zum Artikel:

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Formular empfangen.

Herausgeber.:

ZWST, Hebelstr. 6
60318 Frankfurt/M.
Tel.: 069 / 944371-0
Fax: 069 / 49 48 17
www.zwst.org

Redaktion und Satz:

Heike von Bassewitz
069 / 944371- 21
oeffentlichkeitsarbeit@zwst.org

Gestaltung:

Andrej Kulakowski

www.a-kulakowski.de

design@a-kulakowski.de