Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Ausgabe 1 · April 2017

ZWST informiert

Valerie Vorkul,
Migrationsberaterin in Cottbus seit Januar 2017

10 Jahre Migrationsberatung (MBE) für erwachsene Zuwanderer

Am 01.04.2007 wurde die ZWST offiziell Träger der damals noch "Migrationserstberatung" oder kurz "MEB" genannten Unterstützung für zugewanderte Menschen. Eingeführt wurde diese gemeinsam mit dem Zuwanderungsgesetz im Jahr 2005 als Instrument zur Begleitung der Integrationskurse. Im Jahr 2009 erhielt sie ihren, auch heute noch gültigen Namen "Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer", kurz "MBE". Für die ZWST begann die Beratungsarbeit in diesem Programm mit rund 5 Personalstellen an sechs Standorten: Berlin, Würzburg, Frankfurt, Wuppertal, Herne und Magdeburg. Von der Startcrew sind heute noch drei Kollegen im Team. Der Rest übernahm zum Teil andere Aufgaben bei der ZWST.

13 Mitarbeiter in 11 Städten und 6 mobilen Standorten: Heute besteht das Team aus dreizehn Mitarbeitern in elf Städten und sechs sogenannten "Mobilen Standorten", wo zu vereinbarten Zeiten ein Beratungsangebot im Umfeld kleinerer Gemeinden organisiert wird. Seit 2011 wird die Beratung in einem Online-Verfahren erfasst, statistisch ausgewertet und hinsichtlich seiner Zielerreichung und Wirkung kontrolliert. In den vergangenen zehn Jahren wurden rd. 14.000 Menschen erfasst, denen die Migrationsberater der ZWST Hilfe bieten konnten. Im Durchschnitt betreut dabei jeder Mitarbeiter kontinuierlich 241 Personen.

Arbeitstreffen im Februar 2017: In den Räumen der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen trafen sich die Migrationsberater der ZWST im Beisein des stellv. Direktors der ZWST, Aron Schuster und der Leiterin des Sozialreferats, Jutta Josepovici zur ersten Jahresbesprechung 2017. Nach der Begrüßung durch Olga Isaak, Leiterin der Sozialabteilung der Gemeinde, folgte ein Input von Ruhan Karakul, der Justitiarin des Zentralrats der deutschen Sinti und Roma zur Situation der vom Zentralrat vertretenen Klienten. Im Bereich der Migrationsberatung beabsichtigen ZWST und ZR der Sinti und Roma künftig zusammen zu arbeiten und die Beratung von Zugewanderten gemeinsam zu verbessern. Ein erstes Treffen auf Landesebene ist in NRW geplant.

Nach einer Führung durch die Gemeinde durch den Geschäftsführer Alexander Chraga folgte der zweite fachliche Teil des Treffens mit einem Vortrag des Düsseldorfer Psychologen Michael Naor. Er informierte die Teilnehmer über psychische Störungen und entsprechende Symptome. Die Praxis hat gezeigt, dass sich die Anzahl der Beratungskunden mit psychischen Problemen erhöht hat und hier Qualifizierungsbedarf besteht.

Günter Jek, ZWST

 

Neuer Standort in Brandenburg

Der jüngste Standort der MBE ist bei der Jüdischen Gemeinde in Cottbus zum Jahresbeginn 2017 eröffnet worden. Die ZWST freut sich, Valerie Vorkul (39) als neues Mitglied im Team der Migrationsberater der ZWST begrüßen zu können.

Liebe Frau Vorkul, bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor: „Ich komme aus der Stadt Cherson in der Ukraine und bin vor 11 Jahren als jüdische Zuwanderin nach Cottbus gekommen. In meiner Heimatstadt habe ich 6 Jahre als leitende Angestellte im Sozialamt gearbeitet. Mein Diplom als Sozialarbeiterin wurde in Deutschland nicht anerkannt. Daher habe ich von 2011 bis 2015 ein Studium an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus aufgenommen und mit dem Bachelor of Arts (Fachbereich Soziale Arbeit) erfolgreich abgeschlossen. Während des Studiums habe ich im Sozialamt Cottbus ein Praktikum absolviert. Ein weiterer Schwerpunkt meines Studiums war die Flüchtlingsarbeit in Cottbus, bei der ich viele wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse für meine jetzige Aufgabe sammeln konnte. Durch meine anschließende Tätigkeit als Sozialarbeiterin beim Migrationsdienst des Diakonischen Werks Niederlausitz e.V. von April bis Dezember 2016 habe ich meine Fachkenntnisse im sozialen Bereich erweitern können.“

Wie sind Sie zur ZWST gekommen? „Seit meiner Ankunft in Deutschland bin ich Mitglied der Jüdischen Gemeinde Cottbus, wo ich mich ehrenamtlich und als Mitarbeiterin in verschiedenen Projekten engagiert habe. Im Dezember 2016 ergab sich durch die Aufstockung der Mittel im Bundeshaushalt die Möglichkeit, eine Migrationsberatungsstelle bei der jüdischen Gemeinde Cottbus einzurichten, auf die ich mich erfolgreich beworben habe.“

Wo sehen Sie zukünftige Herausforderungen?

„Mir ist es wichtig, den Migranten  - unabhängig von ihrem Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität - mit qualifizierter und praktischer Hilfe bei der schnelleren Integration in Deutschland und in Brandenburg zur Seite zu stehen. Die derzeit größte Herausforderung ist der Aufbau von und die Zusammenarbeit in Netzwerken der Integrationsarbeit und die Entwicklung von Kooperationen mit den Akteuren in Cottbus und in der Region.“

Vielen Dank und viel Erfolg für Ihre Arbeit !

HvB, ZWST

 

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