Verleihung des Nationalen Integrationspreises an das ZWST-Projekt „Brückenbau - Vielfalt begegnen!“
vorne, v.li.: Annette Widmann-Mauz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Gal Rachmann, Country Director IsraAID Germany e.V., Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden, hinter der Kanzlerin Yotam Polizer u. Navonel Glick, CEO ́s vom IsraAID-Headquarter in Tel Aviv.


Foto: Bundesregierung/Hans-Christian Plambeck

Liebe Freunde der ZWST,
liebe Leser,

am 09.11. 2018 gedachten wir den Novemberpogromen vor 80 Jahren, wo Nationalsozialisten jüdische Geschäfte und Synagogen in Brand setzten. Tau sende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung in der Synagoge Rykestraße in Berlin verwies Bundeskanzlerin Angela Merkel auf das Grundgesetz: Es zieht Lehren aus der Shoah und dem Scheitern der Weimarer Republik und sagt in Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (...) Was bedeutet das konkret? Jeder Mensch ist einzigartig.
Niemals dürfen Gruppen pauschal qualifiziert und unsere Gesellschaft in ́Wir` und ́Ihr`, ́Wir` und ́die Anderen` unterteilt werden. (...) “

Als soziale Stimme der jüdischen Gemeinden in Deutschland ist diese Aussage Richtschnur unseres Handelns. Die ZWST tritt gegen jede Form der Verunglimpfung und Ausgrenzung ein und erhebt in erster Linie für all diejenigen Menschen ihre Stimme, die Diskriminierung und Benachteiligung erfahren. In diesem Zusammenhang sei das im Oktober erstmals durchgeführte Seminar für allein- und getrennterziehende Mütter und Väter erwähnt, durchgeführt in Kooperation mit dem JDC Europa. Auch stellen wir uns aktiv all denjenigen entgegen, die hetzen und in „Wir“ und „Andere“ unterteilen. Die ZWST hat sich einer Erklärung jüdischer Organisationen gegen die AfD angeschlossen, in der wir uns klar gegen die antidemokratische, menschenverachtende und in weiten Teilen rechtsradikale Ausrichtung dieser Partei wenden.

Ende Oktober wurde der ZWST für das Eintreten von Minderheiten in unserer Gesellschaft eine besondere Auszeichnung verliehen. Das Kooperationsprojekt „Brückenbau“ der ZWST und der Hilfsorganisation IsraAID Germany erhielt den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin, das in einem einzigartigen Ansatz zwischen Menschen unterschiedlicher Konfessionen vermittelt und damit die Bedeutung von Toleranz für den Integrationserfolg hervorhebt.
Die Entwicklungen der vergangenen Monate zeigen uns deutlich: Demokratie ist kein Selbstläufer. Die ZWST wird ihren gesamtgesellschaftlichen Beitrag dazu leisten, die Demokratie in der deutschen Gesellschaft zu festigen.

Aron Schuster, Direktor der ZWST

Gal Rachmann, Country Director Is- raAID Germany, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel

Foto: Bundesregierung/ Hans-Christian Plambeck